Archiv für den Monat März 2013

Familiengipfel: Unternehmen sollen Vereinbarkeit fördern!

Das sind wichtige Botschaften: u. a. mehr Teilzeitangebote, das Recht von Teil- auf Vollzeit umsteigen zu können, mehr Betriebs-Kitas. Doch aus meiner Sicht sind es oft die kleinen Dinge, die die Vereinbarkeit einfacher machen:

– Eltern-Kind-Büros, wenn nach der Betreuung noch im Büro zu arbeiten ist
– stunden- oder tageweise Arbeiten von zu Hause aus mit Laptop etc.
– Infos oder Betreuungsangebote für die Kita- oder Schulferien
– Infos für Rückkehrer z. B. zu Tageselternbörsen etc.
– in Kantinen die Kinder zum Mittagessen mitbringen zu können
– Mentoren für Wiedereinsteiger, die selbst Wiedereinsteiger waren
– Paten während der Elternzeit, um aktuell zu bleiben
– und vieles mehr!

Und dafür braucht es keine Gesetze oder Vorschriften, sondern aktive Unternehmen und aktive arbeitende Eltern – und natürlich gute Ideen, die Sie z. B. hier in diesem Blog finden.

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Elternzeit wird bereut?

Eine bisher unveröffentlichte Umfrage des Bundesfamilienministeriums unter Eltern bringt deutliche Zahlen: 38 % der Eltern stellen negative Auswirkungen auf die berufliche Entwicklung fest. Auf der anderen Seite sagen 4 von 5 Eltern, dass es unproblematisch sei, Elternzeit zu  nehmen. Hier der Artikel der Frankfurter Rundschau online im Detail:

http://www.fr-online.de/politik/elternzeit-karriere-vier-von-zehn-frauen-bereuen-elternzeit-,1472596,22056588.html

Kritisch wird der Wiedereinsteig gesehen, dieser solle rasch erfolgen. Gute Tipps, wie Eltern und Unternehmen den Wiedereinstieg gestalten können, finden Sie hier im Blog!

Nach dem Ausstieg in Verbindung bleiben?

Vieles ist für den Ausstieg im Blick, gute Checklisten begleiten die letzten Monate oder Wochen vor der Geburt. Manchmal gerät dabei die Zeit „dazwischen“ aus dem Blick. Viele frischgebackene Eltern gehen gerne mit dem Nachwuchs ins Unternehmen, um sich und den neuen Erdenbürger zu zeigen.

Eines ist mindestens so wichtig wie das „sich zeigen“: in Verbindung zu bleiben. Können Sie Ihre E-Mail-Adresse behalten? Dürfen Sie (wenn vorhanden) Ihren Laptop oder das Smartphone behalten? Ich will nicht missverstanden werden – Sie sollen nicht in der Elternzeit unentgeltlich arbeiten. Doch zum in Verbindung bleiben kann diese Technik wichtig sein. Mails, die an einen großen Verteiler gehen, bekommen Sie auch. Große Veränderungen oder Neuerungen bekommen Sie mit. Sie selbst können außerhalb von normalen Anrufzeiten Beziehungen pflegen. Fragen Sie danach.

Und für die Unternehmen: Das Überlassen dieser Technik (wenn keine rechtlichen Gründe dagegen sprechen) kann den Wiedereinsteig leichter machen – weil die Person nie ganz draußen war.

Vorsicht beim Datum des Wiedereinstiegs

In einem Workshop habe ich einen guten Tipp einer Teilnehmerin bekommen: Sie hatte ihren Wiedereinstieg zwei Jahre nach der Geburt des Kindes festgelegt – und nicht daran gedacht, dass sie damit am 2. Geburtstag des Kindes ihren ersten  Arbeitstag hat! Seit dem rät sie allen Wiedereinsteigenden, den Geburtstag des Kindes im Blick zu behalten und den ersten Arbeitstag davon abweichend festzulegen. Und das gebe ich gerne weiter.

Teilzeit nach Elternzeit befristen?

Der Wiedereinsteig ist durch viele Entscheidungen gekennzeichnet. Viele davon sind durch gesetzliche Rahmenbedingungen geregelt, z. B. der Anspruch auf Teilzeitarbeit nach der Elternzeit. Was oft vergessen geht, ist dass diese Teilzeit auch befristet werden kann – wenn der Arbeitgeber mitzieht. Diese Befristung bedeutet, dass der Anspruch auf einen Vollzeit-Arbeitsplatz bestehen bleibt. Wenn die Befristung abläuft, kann sie verlängert werden oder der Mitarbeiter arbeitet wieder in Vollzeit.

Gerade, wenn die Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung etc. noch nicht klar sind, kann eine Teilzeit mit Befristung Druck nehmen. Fragen Sie doch einfach nach. Oder als Unternehmen: Was spricht gegen eine Befristung?