Archiv für den Monat Oktober 2013

Und wenn das Kind krank ist?

Das Immunsystem des Kindes muss erst noch lernen – daher ist das Kind oft krank. Gerade Kindergarten- und Hortkinder kommen mit vielen Viren und Bakterien in Berührung – und „trainieren“ mit ca. 10 Erkrankungen pro Jahr das Immunsystem!

Nach § 45 Sozialgesetzbuch V haben alle Arbeitnehmer einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung, wenn ein Kind unter 12 Jahren krank ist. Für gesetzlich Krankenversicherte ist geregelt, dass ein Elternteil 10 Tage pro Jahr sich frei nehmen darf. Die 10 Tage gelten pro Elternteil und Kind, Alleinerziehende haben einen Anspruch auf 20 Tage. Bei zwei Kindern verdoppelt sich der Anspruch auf 20 Tage pro Elternteil. Wenn mehr als zwei Kinder betreut werden, gibt es eine Obergrenze von 25 Tagen pro Elternteil für alle Kinder bzw. 50 Tagen für Alleinerziehende. Je nach Arbeitgeber, Arbeitsvertrag, Branche oder auch Tarifvertrag gibt es unterschiedliche Verfahren für das „Kinderkrankengeld“. Auf der einen Seite kann es eine Lohnfortzahlung geben, auf der anderen Seite kann die Krankenkasse einspringen (das kann bedeuten, dass z. B. 70 % des Bruttoeinkommens gezahlt werden).

Damit Eltern diese Leistungen in Anspruch nehmen können, müssen die Kinder unter 12 Jahren sein und ein Arzt muss bestätigen, dass das Kind eine Pflege braucht (Attest). Im Haushalt darf auch sonst keine Person leben, die die Pflege übernehmen könnte. Natürlich muss darüber hinaus die Leistung auch beantragt werden.

Manche Arbeitnehmer, die im Homeoffice alternierend arbeiten, beantragen diese Leistung nicht, sondern betreuen das Kind dann während der Homeoffice-Zeit. Notfallbetreuung werden teilweise auch von Großeltern übernommen – sofern diese verfügbar sind. Kindergarten, Schule oder Hort stehen für kranke Kinder meist nicht zur Verfügung.

Wer freiwillig versichert ist, fällt nicht unter die gesetzliche Regelung – erhält also auch keine Freistellung mit Lohnfortzahlung. Je nach Arbeitgeber, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarungen können aber auch freiwillig Krankenversicherte in diesen Genuss kommen.

Für Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst kann es komplizierter werden. Nach § 616 BGB erhalten Eltern pro Jahr und erkranktem Kind unter 12 Jahren vier Tage voll bezahlten Sonderurlaub. Darüber hinaus gelten unterschiedliche Regelungen, z. B. je nach Verdienst und der Frage ob gesetzlich oder freiwillig krankenversichert.

Wer mehr über das Thema lesen möchte, wird hier fündig:

http://www.lob-magazin.de/magazin/betreuung/notfall/515-welche-moeglichkeiten-habe-ich-wenn-mein-kind-krank-ist.html

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Vereinbarkeit im Gesundheitswesen?

Nach der neuen Progonos-Studie ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Gesundheitswesen nach wie vor eine Herausforderung. Auf der einen Seite herrscht in diesem Bereich ein großer Fachkräftemangel (teilweise existenzbedrohend). Laut der Zeitschrift der gemeinnützige Hertie-Stiftung, Ausgabe 05/Juli 2013, haben 75 % der Kliniken große Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen. Nach der von berufundfamilie in Auftrag gegebenen Umfrage wird sich die Situation in den nächsten 5 Jahren noch verschlechtern. Nach dieser Umfrage ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aber ein geeignetes Mittel, um Personal besser gewinnen und binden zu können. Das sehen 98 % der Krankenhäuser so. Ein wichtiger Erfahrungswert sei, mit dem Thema Vereinbarkeit offen umzugehen. Umfassende Information der Belegschaft und die Einbindung der Führungskräfte seien wichtige Eckpunkte des Veränderungsprozesses. Ein Best Practise, der im Artikel vorgestellt wird, ist, Dienstpläne von den Mitarbeitenden selbst erstellen zu lassen.

Wer mehr von berufundfamilie erfahren möchte: http://www.berufundfamilie.de

Best Practise, auch von Unternehmen aus der Gesundheitsbranche, gibt es hier: http://www.beruf-und-familie.de/index.php?c=26

Studie von Jako-o zu Eltern sein heute / Konsequenzen für Unternehmen

Im Rahmen der Initiative „Lasst Kinder einfach Kinder sein“ hat jako-o mit Experten-Workshops, mehr als 20 Wissenschaftlern, Journalisten und Bloggern überlegt, was Eltern bewegt. Einige der Erkenntnisse betreffen auch arbeitende Eltern und damit die Unternehmen bzw. Unternehmer. Doch zuerst ein paar Zahlen vom Statistischen Bundesamt, zusammengetragen von jako-o (Kommentare von Christine Maurer):

Bei der Geburt des ersten Kindes sind Frauen heute durchschnittlich über 30 Jahre alt: Das bedeutet aus meiner Sicht, dass diese Frauen bereits erfolgreich berufstätig waren – und wieder einsteigen wollen.

Fast 1/4 aller Eltern sind alleinerziehend: Wer von diesen Eltern arbeitet, benötigt gute Konzepte für den Wiedereinstieg und für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Fast jede 3. Ehe wird wieder geschieden: Auch hier steht die Frage nach dem Wiedereinstieg und familienbewussten Arbeitgebern im Vordergrund.

Die Befragung von jako-o (Basis 1.029 Eltern) hat folgende Antworten auf die Frage „Ich fühle mich als Mutter / Vater unter Druck gesetzt durch …“ ergeben (Auszug mit relevanten Antworten für Arbeitgeber):

45,1 % der gesellschaftliche Leistungs- und Konkurrenzdruck
39,9 % das Gefühl, nicht genug Zeit für mein Kind zu haben
33,1 % die unzureichenden Arbeitszeitmodelle für Eltern
11,6 % die Angst um meine Karriere
11,0 % meinen Arbeitgeber und / oder meine Kollegen

Die originär gesellschaftlichen oder elterlichen Themen sind eher höher bewertet als die Themen, die mit dem Arbeitgeber zu tun haben. Das könnte Unternehmen erleichtern – doch bleibt genügend zu tun! Die Arbeitszeitmodelle sind an 5. Stelle.

Wer mehr zu den Ergebnissen lesen möchten, hier ist der Link: http://www.jako-o.de/engagement-aktionen-fuer-kinder-freundlichkeit-lasst-kinder-einfach-kinder-sein–00028003/