Wiedereinstieg – aus Sicht der Unternehmen

Ist das ein Thema für Sie? Wer sind denn Wiedereinsteiger? Im klassischen Verständnis sind dies Eltern, die nach der Elternzeit wieder arbeiten. Doch es sind auch Rückkehrer aus einer Langzeiterkrankung oder aus einer Pflegesituation. Hat das etwas mit Ihnen zu tun? Nein? – vielleicht aber doch. Vielleicht sind Sie Vorgesetzte von Wiedereinsteigern, Kollege von Wiedereinsteigern oder im Personal- oder Weiterbildungsbereich und mit dieser Zielgruppe beschäftigt. Aus unseren Erfahrungen heraus wird häufig unterschätzt, was hier getan werden muss oder kann.

Warum sollten Sie sich als Unternehmer damit beschäftigen? Wer sich um diese Zielgruppe kümmert, forciert aktiv die Mitarbeiter­bindung. Denn häufig fühlen sich Wiedereinsteiger allein gelassen. Wenn der Wiedereinstieg erleichtert wird, sind die Mitarbeitenden schneller wieder „voll“ einsatzfähig. Es motiviert die Wiedereinsteiger, wenn diese unterstützt werden – und motiviert, die vielleicht einmal wieder einsteigen. Im War for Talents ist dies ein klares Bekenntnis des Unternehmens zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und als Letztes kann eine Abwesenheit auch zur beruflichen Qualifizierung genutzt werden.

Die Mitarbeitenden erfahren in einer Umbruchsituation Unterstützung und Hilfestellung. Entscheidungen, die zu treffen sind, können reflektierter getroffen werden. Das mit anderen „Leidensgenossen“ oder „Betroffenen“ zusammen sein fördert den Erfahrungsaustausch und macht Best Practice möglich. Häufig werden auch Wissenslücken zu gesetzlichen oder betrieblichen Rahmen­bedingungen deutlich und können „gefüllt“ werden.

Wer sollte sich engagieren? Auf der einen Seite sind die direkten Vorgesetzten gefragt. Auf der anderen Seite sind die Personalabteilungen in der Pflicht, die Mitarbeiter mit den notwendigen Informationen zu versorgen, damit diese ihre Entscheidungen treffen können. Und dann gibt es noch die Weiterbildungsverantwortlichen. Diese sollten den Aus- und Wiedereinstieg mit Maßnahmen begleiten. Und damit dies auch getan wird, ist es Aufgabe der Unternehmensleitung, dieses Thema auf die interne Agenda zu setzen. Übrigens: Die Prognos-Studie hat für ein fiktives mittelständisches Unternehmen einen ROI von 25 % er­rechnet, wenn der Wiedereinstieg mit entsprechenden Maßnahmen ver­bessert wird (hier für die Eltern, die nach der Elternzeit zurückkehren). Das heißt, für 1.000 EUR, die das Unternehmen in die Hand nimmt, entsteht ein „Return“ von 1.250 EUR!

Was können Sie tun? Im Intranet auf die entsprechenden Informationen hinweisen oder Bro­schüren bereit halten sind Maßnahmen ohne viel Aufwand. Informations­veranstaltungen für die einzelnen Zielgruppen benötigen schon etwas mehr Zeit. Die Sensibilisierung der Führungskräfte für dieses Thema ist sicher ein längerer Prozess. Ein Gesamtkonzept, das auch die Möglichkeiten der Qualifizierung beinhaltet, ist „der große Wurf“. Was steht für Sie an?

Der Wiedereinstieg ist der letzte Schritt in einem längeren Prozess. Der Prozess beginnt nämlich schon mit dem auftretenden Anlass für den Ausstieg (Schwangerschaft, Pflegefall im Umfeld oder einer Erkrankung, die nicht kurzfristig ausheilt):

Wann?

Wer?

Was?

Vor dem Ausstieg Personal­abteilung Information zu gesetzlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen
Ausstieg steht an Personal­abteilung

Vorgesetzter

Individuellen Ausstieg vereinbaren (gesetzlich und betrieblich)
Wiedereinstieg in den Blick nehmen
Maßnahmen für die Abwesenheit besprechen (Paten, Netzwerke, …)
Tag des Ausstiegs Vorgesetzter Abschied / Übergang gestalten
Abwesenheit Mitarbeiter Beziehung pflegen
Sich auf dem Laufenden halten
Sich weiterbilden
Erste Ideen zum Wiedereinstieg Mitarbeiter

Personal­abteilung

Gesetzliche und betriebliche Rahmen­bedingungen im Blick
Eigene Möglichkeiten im Blick
Wiedereinstieg vorbereiten / Entscheidungen treffen
Wiedereinstieg Personal­abteilung

Weiter­bildung

Informationen zu Veränderungen im Unternehmen
Informationen zu notwendigen Entscheidungen des Mitarbeiters
Best Practice möglich machen
Erfahrungsaustausch möglich machen
Soft Skills für Wiedereinstieg trainieren

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