Archiv für den Monat April 2014

Wie steht es um die Familienfreundlichkeit von Unternehmen?

Die zweiten Arbeitnehmerbefragung von A.T. Kearney 361° – Die Welt unserer Kinder ist veröffentlicht. Und leider sind die Ergebnisse für die Unternehmen nicht zukunftsweisend! Gerade die Herausforderungen des demografischen Wandels (niedrige Geburtenraten, alternde Belegschaften) sowie der Berufsweg von Müttern, die für die Familie mehrere Jahre zu Hause bleiben oder nach der Elternzeit gar nicht mehr in den Beruf zurückkehren, würden sich durch mehr Familienfreundlichkeit positiv beeinflussen lassen. Doch die Studie zeigt eindeutig, dass es daran mangelt. Aus der Sicht der Arbeitnehmer hat sich im letzten Jahr wenig getan. Nur acht Prozent geben an, dass sich die Situation im Unternehmen verbessert hat. Nur bei 38 % der Befragten ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Unternehmen selbstverständlich.

Teilgenommen an der Online-Umfrage haben 1.771 Beschäftigte im Alter von 25 bis 55 Jahren.

Ein wesentlicher Punkt sind die angebotenen Maßnahmen. Nur 12  % der Arbeitnehmer geben an, dass ihr Arbeitgeber alle für sie notwendigen Leistungen anbietet. Von den übrigen 88 % wünschen sich die Frauen:

51 %: Notfallbetreuung für Kinder
45 %: Kinderferienbetreuung
33 %: Langzeitkonten
33 %: Auszeit- und Sonderurlaubsregelungen
28 %: Weiterbildungsprogramm in der Elternzeit

Und die Männer aus den übrigen 88 % wünschen sich an Maßnahmen:

43 %: Spezialangebote für Väter
41 %: Notfallbetreuung für Kinder
40 %: Langzeitkonten
37 %: Auszeit- und Sonderurlaubsregelunge
33 %: flexible Tages- und Wochenarbeitszeit

In den nächsten Blogbeiträgen gibt es weitere Sichtweisen und  Ansätze der Studie. Zur Studie geht es mit diesem Link:

http://www.atkearney361grad.de/t-kearney-studie-vereinbarkeit-von-familie-und-beruf-keine-selbstverstaendlichkeit-deutschen-unternehmen/

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Rush-Hour des Lebens – was Unternehmer dafür tun können

Ich habe einen spannenden Beitrag auf der Seite von A.T. Kearney 361° gefunden:

http://www.atkearney361grad.de/unternehmen-rush-hour-des-lebens-erleichterung/

Zitat: „Der Sozial- und Arbeitspsychologe Harald Lothaller sieht Unternehmen in der Pflicht, sich um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu bemühen. Angesichts des Fachkräftmangels würde dies zunehmend ein ausschlaggebender Faktor im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter.“

Harald Lothaller beschäftigt sich in diesem Beitrag mit der Lebensphase von Mitte Zwanzig bis Ende Dreißig. In dieser Zeit wirken auf den Mitarbeiter unterschiedliche Lebensbereiche ein. Der Beruf und das Vorankommen bzw. die klassische „Karriere“ sowie die Fragen von Familiengründung. Entscheidungen, die hier getroffen werden, machen sich sofort im anderen Bereich bemerkbar.

Der Autor skzizziert die Herausforderungen dieser Rush-Hour des Lebens in einem Modell und zeigt dann auf, welche Bewältigungsstrategien heute schon vorhanden sind – wen auch nicht für alle Mitarbeiter bei jedem Arbeitgeber und an jedem Wohnort nutzbar:

– Berufsarbeitszeitsregelungen
– Familienfreundliches Arbeitsklima
– Angebote bzw. Einrichtungen für Eltern und Kinder im Arbeitsumfeld
– Berufsarbeitsgestaltung
– Weiterbildungsangebote

Der Beitrag ist gut recherchiert und lesenswert!

Wiedereinstieg aus Sicht der Eltern

Zu diesem Thema habe ich einen Beitrag im LOB-Magazin geschrieben. Hier der Link dazu:

http://www.lob-magazin.de/magazin/beruf/wiedereinstieg/680-wiedereinstieg-fuer-eltern.html

Wer den Beitrag direkt lesen will, finden den Text hier:

Wie gelingt das ?

Wer nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigt, macht manchmal unliebsame Erfahrungen. Es ist eben einfach ein Unterschied, ob neben der Organisation des Berufs auch noch die Organisation der Familie „anhängt“. Es macht einen Unterschied, ob sich zwei Erwachsene morgens fertig machen oder ob das eine ganze Familie tut. Damit dieser Übergang etwas weniger holprig wird, hier ein paar Tipps.

Ganz wesentlich für eine funktionierende Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, dass es neben der geplanten Kinderbetreuung mindestens zwei weitere „Ressourcen“ für Ungeplantes gibt. Das können Freunde, Eltern, Großeltern oder bezahlte Zusatzstunden im Kindergarten oder Hort sein. Kein Arbeitsplatz ist so planbar, dass dieser zu den festen Betreuungszeiten passt. Weiter ist keine geplante Betreuung so verlässlich und flexibel, alle Eventualitäten des Jobs abzudecken. Welche Betreuung haben Sie vereinbart? Und welche haben Sie in Reserve?

Die Anforderungen an Ihr Zeitmanagement erhöhen sich stark:

  • Die eigenen Gestaltungsspielräume sind enger
- Der Tagesstart ist anders
  • Evtl. sind die Arbeitszeiten verändert
  • 
Das Ende des Bürotages ist evtl. „fixer“
  • 
Neben dem „Job“ ist noch eine Familie zu organisieren
  • Die Erwartungshaltung der „Anderen“ an berufstätige Eltern sind gestiegen

Das bedeutet, dass Sie ein gewieftes Zeitmanagement benötigen! Neben den zusätzlichen Ressourcen braucht es klare Absprachen, am besten schon im Vorfeld. Das, was ohne Kind problemlos ging, z. B. eine Sitzung am Nachmittag, ist jetzt mit viel mehr Aufwand verbunden. Für die Organisation zu Hause muss der Perfektionismus zurückgeschraubt werden. Haus und Garten können nicht mehr so aussehen, wie vor der Elternschaft und auch nicht wie in der Elternzeit. Wie viel „Dreck“ ist in Ordnung? Abstriche machen, konsequent planen, die eigene Familie mit in die Verantwortung ziehen und Effektivität und Effizienz nicht zu verwechseln, sind gute Schritte für ein gewieftes Zeitmanagement.

Durch die Elternschaft sind zu den schon vorhandenen Rollen (Mitarbeiter, Kollege, Vorgesetzte, Freund, Ehepartner, Kind der eigenen Eltern, etc.) weitere Rollen dazu gekommen. Freundschaft wird evtl. durch die gegenseitige Betreuung der Kinder verändert. Die eigenen Eltern sind nun auch Großeltern der eigenen Kinder. Wie in jedem „Rollenmanagement“ ist es wichtig, den Rollenanspruch und die Rollenerwartung abzustimmen. Wer wünscht sich was vom anderen? Was ist der andere bereit zu geben? Was können Sie selbst nehmen? Ungeklärte Beziehungen schaffen dann Frust, wenn Ansprüche und Erwartungen nicht zusammen passen.

Auch das Zeitmanagement wird auf die Probe gestellt. Bewährte Tipps sind:

  • sich einen Überblick verschaffen (Job und Woche / Tag)
  • Anfang und Ende planen (Tag und Aufgabe)
  • auf Leistungskurve und Pausen achten
  • Zeitdiebe im Blick haben
  • Schriftliches Aufgabenmanagement
  • sich abstimmen mit dem Umfeld
  • Routine routiniert erledigen (Checklisten)

Klären Sie diese Themen mit sich und Ihrem Umfeld, bevor es „eng“ wird:

  • Wie pünktlich müssen Sie weg?
  • Wie viele Überstunden pro Woche sind tragbar?
  • Wie viel „Reaktion“ der Familie halten Sie auf Mehrarbeit aus?
  • Wie viel „Dreck“ im Haus / Garten halten Sie aus?
  • Wie viel Freiraum pro Woche möchten Sie für sich selbst haben?

Überlegen Sie, bevor Sie wieder einsteigen, was Ihr Signal für Überlastung sein wird: die Kopfschmerzen am Wochenende, der empfindliche Magen, die Spannungen im Nacken? Wenn Sie Ihren wunden Punkt kennen, bekommen Sie das Überlastungssignal des Körpers frühzeitig mit – und können sofort oder zumindest zeitnah Abhilfe schaffen!

Als überzeugte Familienunternehmerin, die den Spagat zwischen Beruf und Familie selbst immer wieder bewältigt, wünsche ich gute Erfolge.