Mein Wiedereinstieg: Harte Phasen, aber letztendlich gelungen!

Katrin gehört zu den „Vollzeit-Frauen“. Sie hat eine Tochter, die heute neun Jahre alt ist. Nach dem Mutterschutz arbeitete sie stundenweise. Der Wiedereinstieg in Vollzeit geschah, als ihre Tochter 15 Monate alt war. Ihr Mann, ein Politiker und in Leiter einer regionalen Verwaltung, hat vor neun Jahren keine Elternzeit in Anspruch genommen. Vätermonate gab es „damals“ noch nicht. Für ihn war der Wiedereinstieg seiner Frau eine Selbstverständlichkeit.

Vielleicht kann man beide als „Karriere-Paar“ bezeichnen. Er erfolgreicher Politiker, sie leitet eine gemeinnützige Stiftung. Vor dem ersten und einzigen Kind arbeitete Katrin als Assistenz eines Aufsichtsrates und war verantwortlich für die Pressearbeit. Direkt nach dem Wiedereinstieg war sie eine Zeitlang noch die Assistentin dieses Aufsichtsrates. Ihr heutiger Job, die Leitung einer Stiftung, ist kein Job, der sich an „Nine to five“ hält. Doch für Katrin ist er „der richtige“. Und ihr Vorgesetzter hat nie bezweifelt, dass sie gestellte Aufgaben nicht übernehmen könne.

Was ist Ihr Tipp für Wiedereinsteiger?

Vollzeitarbeit, schulpflichtiges Kind und Haushalt sowie die Wahrnehmung von Ehrenämtern und vielfältige soziale Kontakte unter einen Hut zu bringen, heißt bei mir: Täglich um 05:00 Uhr aufstehen und häufig nicht vor 23:00 Uhr ins Bett gehen. Das geht nur, wenn man/frau es wirklich will und Spaß an den Aufgaben hat – na ja, auf den Haushalt könnte ich verzichten. Hier habe ich mir stundenweise Unterstützung organisiert. Das ist auch wichtig, denn die Organisation und Erledigung der Familienarbeit liegt bei mir.

Wie der Wiedereinstieg gelang:

Meine Eltern haben in den ersten Jahren in der Kinderbetreuung unterstützt. Gerade, wenn die Tochter krank war, war das nötig. Heutige sind die Eltern nicht mehr ganz so fit – meine Tochter aber auch größer. Schwierig war es, vor neun Jahren einen Krippenplatz zu finden.

Was wünschen Sie sich, Katrin?

Mein Wunsch ist , dass es nicht nur ausreichende (Klein-)Kinderbetreuung gibt, sondern auch eine pädagogisch wertvolle und zeitlich flexible. Dass ich mindestens 45 Minuten ins Büro fahre, war von Anfang an klar und kein Grund zum Jammern. Ich hätte gerne mehr Zeit für Sport.

Vielen Dank für das spannende Interview!

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