Väter im Kommen?

Es scheint was dran zu sein an der kürzlich erschienen Studie von Roland Berger Strategy Consultants (ich habe im Blog darüber berichtet). Es finden sich mehr und mehr Artikel zur  Frage von Vätern, die arbeiten und sich um die Kinder kümmern. Ist die Zeit schon reif dafür? Und sind die Unternehmen und Vorgesetzten gut gerüstet? Hier eine kleine Auswahl von Beiträgen der letzten Wochen:

Christian Ulmen, Schauspieler und verheiratet mit Kollegin Collien Fernandes, wird zitiert mit „Ich musste nie stärker und härter sein als als Vater“. In der Frankfurter Allgemeinen wird ein Interview mit ihm veröffentlicht. Beide Eltern arbeiten als Schauspieler. Er dreht ca. fünf Monate im Jahr – da ist seine Frau für die Tochter da. Wenn sie dreht, ist er zu Hause. Drehen beide, sind die Eltern im Einsatz, ein Aupair ist am Nachmittag da. Im Familienrat werden Angebote und Anfragen gemeinsam beraten und entschieden. Er berichtet vom Familienalltag und den Erfahrungen, als Vater seinen „Mann“ zu stehen. Da Interview finden Sie hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/familie/christian-ulmen-im-interview-ueber-maennlichkeit-13709425.html

Auch in der Süddeutschen ist am 26. Juni ein Interview zu den Anforderungen an die Männer zu finden. Befragt wird Karriere-Coach Sascha Schmidt unter dem Titel „Männer haben Angst vor dem Karriereeinbruch“. Der Coach berichtet von dem derzeitig hohen Druck auf Männer, Beruf und Familie zu vereinbaren. Sein Erleben sei aber eher das traditionelle Rollenbild. Gut funktionieren die beiden „Vätermonate“, diese seien nicht karrierefeindlich. Befragt nach Vorbildern bemängelt der Coach, dass es zwar erfolgreiche Frauen gibt, die auch Mütter sind. Aber es gebe wenig bis keine männlichen Vorbilder für erfolgreich im Job und Vater. Die Arbeitgeber hätten Strukturen geschaffen für Mütter als Wiedereinsteiger. Väter bräuchten aber andere Strukturen. Das fehle heute noch.

Die Väterstudie 2015 wird von ATKearney361° vorgestellt. Das Credo dort ist „Väter nehmen Familie wichtiger als Karriere“. 81 Prozent der befragten Väter sagen, sie seien nach der Geburt der Kind/er glücklicher als vorher. Ein höheres Einkommen des Vaters beeinflusst die Glücksfaktoren positiv. Auch in diesem Artikel wird deutlich formuliert, dass die Unternehmen ihre Angebote für Vereinbarkeit an die Väter anpassen oder erweitern müssen. Wichtige Faktoren sind dabei verständnisvolle Vorgesetzte und flexible Arbeitszeitmodelle. Zur Gleichberechtigung der Eltern bei der Kinderbetreuung scheint der Weg noch weit zu sein. Hier der Link zum Artikel: http://atkearney361grad.de/debatte/vaeterstudie-2015/

Es tut sich was, wenn die Presse ein Thema in den Blick nimmt. Es wird aber wohl noch ein bisschen dauern, bis sich die Strukturen bei den Unternehmen darauf einlassen.

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