Archiv für den Monat Juni 2016

Kinder und Karriere – das geht!

So titelt ein Interview mit Verena Wankerl, 38 Jahre, Personalmanagement bei der Firma Hettich in der Neuen Westfälischen Zeitung (http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/buende/20654962_Kinder-und-Karriere-das-geht.html).

Verena Wankerl hat an der Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation der Studie „Frauen im Management in Ost-Westfalen-Lippe“ teilgenommen. Die Studie zeigt erstmals auf, wie Frauen am Management beteiligt sind. So liegt der Anteil von Frauen im Top- und Mittelmanagementpositionen im Durchschnitt in Ost-Westfalen-Lippe bei 18,2 Prozent gegenüber 11,9 Prozent in 2006. Die Studie finden Sie hier: http://www.ostwestfalen-lippe.de/images/stories/frauenmanagement_final.pdf

Die Hettich Unternehmensgruppe gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Möbelbeschlägen. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in der ostwestfälischen Stadt Kirchlengern. Laut Verena Wankerl ist Kompetenzvielfalt ein erklärtes Ziel des Unternehmens. Daher sollen mehr Frauen in Führungspositionen sein. Rahmenbedingungen dafür seien nach ihrer Erfahrung  agile Unternehmensformen wie z. B. Arbeiten in Teilzeit, Gleitzeit und Arbeiten im Homeoffice. Ein weiterer Faktor sei die Weiterentwicklung zu einer Ergebniskultur und das Verabschieden der Präsenzkultur.

Nach Verena Wankerl entstehen schon mit einem Drittel von Frauen in Führungspositionen deutliche Effekte Sie selbst war mit dem zweiten Kind in Elternzeit und ist im Januar mit 50 Prozent wieder eingestiegen. Davor hat sie 80 Prozent gearbeitet.

Für Hettich ist eine Elternzeit von 12 Monaten ideal, damit der Wiedereinstieg gut funktioniert. Während der Elternzeit an Betriebsversammlungen, Teamevents teilzunehmen oder mit wenigen Stunden in einem Projekt mitzuarbeiten hilft beiden Seiten, um „drin“ zu bleiben. Akzeptanz jedes Lebensmodells ist eine wichtige Grundlage, so dass jede Familie ihre Entscheidung treffen kann. Als Arbeitgeber die Rahmenbedingungen zu gestalten und als Wiedereinsteiger Betreuung und Haushaltsführung zu organisieren und die gemeinsame Entscheidung der Eltern zur Berufstätigkeit beider sind die drei Pfeiler für eine gelingende Vereinbarkeit. Wie viele Best Practice-Interviews hier im Blog rät auch Verena Wankerl, auch mal „fünf gerade sein zu lassen“ und Nein zu sagen, wen nicht alles zu schaffen ist.

Schön, wenn es Modelle für den gelungenen Wiedereinsteig gibt!

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Führen und Teilzeit

Tut sich endlich etwas und das Modell „Führen in Teilzeit“ wird salonfähig? Wenn man und frau den Pressemeldungen der letzten Monate glauben darf, ist die eindeutige Antwort: Ja!

In working@office, 02.2016, wird eine anonyme Umfrage „Karriere trifft Sinn“ der Medienfabrik Embrace unter „careerloft-Mitgliedern“ vorgestellt. Befragt wurden 3.600 Studierende zwischen 20  und 28 Jahren. Knapp 80 Prozent der Noch-Studierenden wollen Kinder haben. Die Ideal-Vorstellung von 74 Prozent ist, in den ersten Berufsjahren den Nachwuchs zu bekommen. Wenn diese Lebensplanung dann auch verwirklicht werden will, braucht es laut dem Embrace-Geschäftsführer Gero Hesse ein Umdenken der Arbeitgeber. 57 Prozent der Befragten wollen eine komplett freie Einteilung der Zeit – das schließt dann wohl Führen in Teilzeit und das Arbeiten auch aus dem Homeoffice heraus mit ein. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die Clusterung der Generation Y in fünf Typen (zitiert aus https://careerloft.de/stories/von-alles-anna-bis-zu-helfer-hannes/161):

Karriere-Kai

Personen aus diesem Cluster sind persönlicher Erfolg und materielle Werte besonders wichtig, ebenso Führungspositionen und Einfluss. Das Privatleben wird auf Platz 2 eingeordnet. Über ein Viertel ist bereit, mehr als 60 Stunden pro Woche zu arbeiten. Sie verkörpern die klassische Karriereorientierung, wie sie sie bei den Baby-Boomern kennengelernt haben.

Sucher-Simon

Personen in diesem Cluster haben keine herausragenden Spitzen. Ihnen ist eher alles egal oder sie sind noch auf der Suche. Es ist ihnen nicht so wichtig, zum Erfolg des Arbeitgebers beizutragen, aber auch die Lust auf Selbstverwirklichung und die materielle Orientierung sind niedrig ausgeprägt.

Familien-Franzi

Die Familien-Franzis (wichtig: sowohl weiblich als auch männlich) legen besonderen Wert auf Work-Life-Balance. Außerhalb der Arbeit wollen sie viel mit ihrer Familie unternehmen, halten Traditionen hoch und setzen die Familie an die erste Stelle. Beim Arbeitgeber ist eine langfristige Perspektive wichtig.

Alles-Anna

Personen in diesem Cluster ist alles wichtig: sowohl die Selbstverwirklichung als auch das Engagement für Umwelt und Gesellschaft. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Job und Privatleben ist essenziell, aber auch beruflich wollen sie vorankommen: Einfluss und eine langfristige Perspektive sind wichtig, auch Geld spielt eine übergeordnete Rolle. Dazu sollte der Arbeitgeber idealerweise als Marktführer attraktive Produkte anbieten und gleichzeitig ein Familienunternehmen sein.

Helfer-Hannes

Personen in diesem Cluster engagieren sich vor allem für andere und wollen einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen. Auch in ihrer Freizeit engagieren sie sich in Projekten und Hilfsorganisationen. Die Selbstverwirklichung steht bei ihnen hoch im Kurs, materielle Werte zählen aber deutlich weniger als bei den anderen Clustertypen. / Ende des Zitats

Wir können gespannt sein, wie sich diese Cluster im Berufsleben einlassen und welche Veränderungen bei den Arbeitgebern entstehen werden!