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Muster-Checklisten für den Wiedereinstieg

Im Internet findet sich viel Nützliches. Diese beiden Checklisten betrachten den Wiedereinstieg aus der Sicht des Unternehmens und des Mitarbeitenden und sind von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Unna herausgegeben. Dabei beginnt die Planung des Wiedereinstiegs schon beim Ausstieg!

Austausch und Best Practise: Netzwerke sind wichtig!

Um den Wiedereinstieg gut zu gestalten, muss das Rad nicht jedes Mal neu erfunden werden. Netzwerke leisten hier eine gute Arbeit. Hier können Sie sich austauschen, von andern lernen, dürfen „kopieren“ oder selbst gute Erfahrungen weiter geben. Hier eine kleine Auswahl – was ist für Sie dabei?

  • http://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de/ (Lokale Bündnisse für Familie sind Netzwerke von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Die verschiedenen Partner finden sich vor Ort auf freiwilliger Basis zusammen, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien durch bedarfsorientierte Projekte zu verbessern.)
  • http://www.bpw-germany.de/PAF/Startseite (Der BPW ist eines der größten Netzwerke für Unternehmerinnen und berufstätige Frauen weltweit)
  • http://www.vbm-online.de/ (Lobby für berufstätige Mütter)
  • http://www.finv.net/ (Das heute über 1.000 Teilnehmerinnen starke Netzwerk FinV „Frauen in Verantwortung“ ist inzwischen in Hannover, Berlin, Bremen, Hamburg und Wiesbaden aktiv. München ist in Gründung)
  • www.womenandwork.de (women&work, Deutschlands größte Karrieremesse für Frauen)

Elternzeit wird bereut?

Eine bisher unveröffentlichte Umfrage des Bundesfamilienministeriums unter Eltern bringt deutliche Zahlen: 38 % der Eltern stellen negative Auswirkungen auf die berufliche Entwicklung fest. Auf der anderen Seite sagen 4 von 5 Eltern, dass es unproblematisch sei, Elternzeit zu  nehmen. Hier der Artikel der Frankfurter Rundschau online im Detail:

http://www.fr-online.de/politik/elternzeit-karriere-vier-von-zehn-frauen-bereuen-elternzeit-,1472596,22056588.html

Kritisch wird der Wiedereinsteig gesehen, dieser solle rasch erfolgen. Gute Tipps, wie Eltern und Unternehmen den Wiedereinstieg gestalten können, finden Sie hier im Blog!

Nach dem Ausstieg in Verbindung bleiben?

Vieles ist für den Ausstieg im Blick, gute Checklisten begleiten die letzten Monate oder Wochen vor der Geburt. Manchmal gerät dabei die Zeit „dazwischen“ aus dem Blick. Viele frischgebackene Eltern gehen gerne mit dem Nachwuchs ins Unternehmen, um sich und den neuen Erdenbürger zu zeigen.

Eines ist mindestens so wichtig wie das „sich zeigen“: in Verbindung zu bleiben. Können Sie Ihre E-Mail-Adresse behalten? Dürfen Sie (wenn vorhanden) Ihren Laptop oder das Smartphone behalten? Ich will nicht missverstanden werden – Sie sollen nicht in der Elternzeit unentgeltlich arbeiten. Doch zum in Verbindung bleiben kann diese Technik wichtig sein. Mails, die an einen großen Verteiler gehen, bekommen Sie auch. Große Veränderungen oder Neuerungen bekommen Sie mit. Sie selbst können außerhalb von normalen Anrufzeiten Beziehungen pflegen. Fragen Sie danach.

Und für die Unternehmen: Das Überlassen dieser Technik (wenn keine rechtlichen Gründe dagegen sprechen) kann den Wiedereinsteig leichter machen – weil die Person nie ganz draußen war.

Wiedereinstieg beginnt beim Ausstieg!

Wer gut und nicht zu spät wieder einsteigen möchte oder zurückkommen soll, sollte schon vor dem Ausstieg planen und organisieren. Für die Unternehmen könnte das z. B. heißen:

– Wer hält den Kontakt in der Elternzeit?
– Wer ist Mentor für den Wiedereinstieg?
– Kann die E-Mail-Adresse und evtl. mobilen Geräte behalten werden?
– In welche E-Mail-Verteiler will der Mitarbeitende aufgenommen werden?
– An welchen Veranstaltungen nimmt der Mitarbeitende in der Elternzeit teil?
– Welche Zeitschriften, Magazine, etc. erhält der Mitarbeitende weiter?
– und vieles mehr

Für den „Aussteiger“ könnte das z. B. heißen:

– Kann ich Vertretungen für Urlaub oder Krankheit anbieten?
– Kann ich schon etwas zu Teilzeit in der Elternzeit sagen?
– Will ich die Elternzeit für die eigene Qualifikation nutzen?
– Wie will ich Kontakt zum Unternehmen und zu KollegInnen halten?
– Was tue ich, um fachlich auf dem Laufenden zu bleiben?
– und vieles mehr

Diese und weitere Fragen können in einer Checkliste für den Mitarbeitenden und den Vorgesetzten zusammen gefasst sein. Beide setzen sich in den letzten Wochen vor dem Ausstieg zusammen und tauschen sich aus. Klare Absprachen und Vereinbarungen in diesem Gespräch sind für einen guten Wiedereinstieg auf beiden Seiten sinnvoll Wenn Unternehmen diese „Hausaufgaben“ angehen, haben sie eine oft verkannte Ressource für den Fachkräftemangel. Wenn Mitarbeitende bald – und mit einem guten Gefühl – wieder einsteigen, brauchen weniger Kräfte auf dem Markt „draußen“ gesucht zu werden.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Das Ausstiegsgespräch – wichtige Punkte

Bevor die Elternzeit beginnt gibt es in vielen Unternehmen ein Gespräch mit dem Vorgesetzten und / oder der Personalabteilung. Diese Punkte können eine hilfreiche Checkliste sein:

Was ist der voraussichtliche letzte Arbeitstag?
Wie lang soll die Elternzeit dauern?
Sollen die Vätermonate in Anspruch genommen werden?
Ist ein Arbeiten in der Elternzeit möglich?
Können kurzfristig Vertretungen in der Elternzeit übernommen werden?
Ist ein mobiles Arbeiten in der Elternzeit möglich oder erwünscht?
Ist die Rückkehr in Voll- oder Teilzeit gewünscht?
Gibt es schon Pläne für die Kinderbetreuung nach der Elternzeit?
Was wird vereinbart, um in der Elternzeit in Verbindung zu bleiben?
Wer kann aus dem betrieblichen Umfeld kann Pate sein?
Welche Wiedereinsteiger kann Mentor sein?
Welche Vereinbarungen zur Nachfolge sind zu treffen?
Wie wird der Arbeitsplatz an die Vertretung übergeben?
Ist es möglich, an Aktivitäten der Abteilung teilzunehmen?
Sind Weiterbildungen in der Elternzeit geplant?