Archiv der Kategorie: Wiedereinsteig

Jobsharing als Führungskraft – ein Erfolgsmodell

Führen in Teilzeit, sich den Arbeitsplatz mit einer anderen Teilzeit-Führungskraft teilen – das ist für viele noch Zukunftsmusik. Doch es gibt bereits gute Beispiele, die zeigen, dass Mitarbeitende und das Unternehmen profitieren. Diese Zahlen machen erst einmal deutlich, dass Jobsharing als Vorgesetzte noch nicht  die Normalität ist (gefunden in managerSeminare, November 2015):

  • Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten 57,8 Prozent der Frauen und 20,1 Prozent der Männer in Teilzeit. Die Quote der Männer hat sich seit 1991 mehr als vervierfacht.
  • Das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB) stellt fest, dass nur etwa fünf Prozent der Manager (Frauen und Männer) in Teilzeit arbeiten.
  • Im internationalen Vergleich ist Deutschland „hinterher“. Nach einer Arbeitsmarktstudie von Robert Half gibt es in Großbritannien bei 48 Prozent der befragten Unternehmen Jobsharing, in Deutschland sind es 15 Prozent.

Trotzdem gibt es bereits Best Practice-Beispiele. In dem Beitrag von managerSeminare werden diese Unternehmen aufgeführt:

  • Commerzbank-Filiale Duisburg-Rheinhausen, seit 2009
  • Daimler, Leitung globales Personen- und Strukturdatenmanagement in der IT, seit 2004
  • Universitätsklinikum Heidelberg, Psychomatische Ambulanz, seit 2013

Für die Unternehmen als Arbeitgeber könnte erst einmal der Kostenaspekt im Vordergrund stehen. Eine Stelle mit zwei Personen zu besetzen scheint teurer zu sein. Auch die Frage von Reibungsverlusten oder Machtkämpfen scheinen Argumente gegen Jobsharing von Vorgesetzten zu sein. Doch die Vorteile sind viel größer, hier einige Beispiele:

  • Arbeitgeber gewinnen an Attraktivität, besonders bei den High Potentials und der Generation Y
  • Die Mitarbeiterbindung wird erhöht, die Loyalität ebenso
  • Die Stellvertretung ist einfacher, die Präsenz wird erhöht
  • Geht einer der beiden Vorgesetzten, bleibt das Expertenwissen durch den verbleibenden Mitarbeitenden weiter nutzbar

Natürlich muss bei der einzelnen Stelle geprüft werden, ob dieser Arbeitsplatz „teilbar“ ist. Auf der einen Seite können die Jobsharing-Partner Zuständigkeiten vereinbaren oder sie beenden, was sie angefangen haben, bevor der Partner kommt. Auch Mischformen mit teilweise zugeordneten Aufgabengebieten und einem Bereich von „ich beende, was ich angefangen habe“ sind gut denkbar.

Jobsharer sind oft Eltern, die zum Wiedereinstieg ihre Führungsaufgabe wieder aufnehmen wollen. Für sie zählt, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gleichzeitig Führungsverantwortung leben zu können. Befragte Jobsharer stellen heraus, dass der „Partner“ im Job ein Sparringpartner ist. Austausch, Reflexion oder kritisches Hinterfragen ist durch das Jobsharing inbegriffen. Zwischen beiden sollte die „Chemie“ stimmen. Das meint aber nicht, dass beide gleich sein müssen. Eine ähnliche Wertehaltung und gute Absprachen über Informationsfluss und Kommunikation sind wichtig. Unterschiede im Tun oder den Kompetenzen sind willkommen und bereichern  die Zusammenarbeit. Oft gibt es Regelungen für die „Übergabe“ oder die Dokumentation von Vorgängen. Für viele Jobsharer ist es normal, auch im privaten Alltag erreichbar zu sein. Jobsharer, die vorher schon geführt  haben, sollten sich fragen, ob sie ihre „Macht“ teilen wollen und können.

Die Führungskraft der Jobsharer sollte etwas genauer hinschauen. Wichtig ist aus diesem Blickwinkel, dass die Persönlichkeiten der Teilzeit-Führungskräfte passen und es klare Regelungen für das Aufgabengebiet gibt. Transparente Absprachen zu den Zuständigkeiten und Erreichbarkeiten sind ebenso wichtig wie das „eindeutige“ Auftreten der Jobsharer gegenüber dem Umfeld von Mitarbeitern, Kollegen, Kunden usw.

Im Beitrag „Arbeitsmodell Topsharing – Ein Fall für zwei“ von mangerSeminare, November 2015, werden als Linktipp aufgeführt:

Mein Kind in der Betriebskrippe – ja oder nein?

Wer einen Arbeitgeber hat, der eine Betriebskrippe betreibt, kann sich glücklich schätzen. Also sollte das Kind dann auch dort „untergebracht“ sein. Und dankbar sollten Eltern auch sein, dass sie diese tolle Möglichkeit haben. Doch es gibt gute Gründe, warum sich Eltern gegen eine Einrichtung des Arbeitgebers entscheiden:

  • Oft sind die Betreuungszeiten für das Kind an die eigene Arbeitszeit gebunden. Wer Teilzeit arbeitet, bekommt also auch nur ein „Teilzeit“-Kontingent. Die Möglichkeit Zeiten für Sport, Hausarbeit, Einkäufe oder anderes während der Betreuungszeit des Kindes zu haben, sind damit eingeschränkt.
  • Je nach dem, wo Sie und Ihr Partner wohnen und arbeiten, ist es einfach logistisch ungünstig, das Kind in der Betriebskrippe anzumelden. Wer eine Fahrtstrecke von z. B. 40 km hat, möchte seinem Kind diese Strecke evtl. nicht zumuten. Wenn Sie morgens früh beginnen und Ihr Partner später, liegt die Betriebskrippe sicher nicht auf dessen Weg.
  • Je nach dem, wer für die Versorgung des Nachwuchses am Morgen zuständig ist, ist es ungünstig, die Betriebskrippe zu nutzen. Wenn Sie früh das Haus verlassen und Ihr Partner für den Tagesstart mit dem Nachwuchs verantwortlich ist, wird die Betriebskrippe sicher auch nicht die erste Wahl sein.
  • Wenn Ihnen Freundschaften für Ihr Kind wichtig sind, ist die Betriebskrippe vielleicht nicht der passende Ort. Freundschaften entstehen im zweiten oder dritten Lebensjahr und dann ist es vielleicht aufwändig, sich mit Martha oder Jannis außerhalb der Betreuung zu verabreden, wenn diese nicht in Ihrer Nähe wohnen.
  • Wenn es nicht nur eine Betriebskrippe, sondern Betriebskindergarten ist, fehlt je nach Ihrem Wohnort der Zugang zur Grundschule. Die Kindergärten bereiten im letzten Jahr die Kinder auf die Schule vor. Oft gibt es Besuche in der dazugehörigen Grundschule. Die großen Kinder sind nun definitv in Freundschaften gebunden. Diese können den Einstieg in die Grundschule erleichtern, weil bei allem Neuen auch Bekanntes den Übergang gestalten hilft.

Auch wenn es eine 100 %ige Versorgung mit Krippenplätzen geben soll, ist das noch nicht über all gewährleistet. Wenn Ihnen eine Betriebskrippe diesen Engpass überwinden hilft, gibt Ihnen die Liste oben einen guten Einblick, was zu bedenken ist.

Vielleicht ist die Betriebskrippe auch die einzige Alternative für Sie. Dann finden Sie in der Liste oben Ansatzpunkte, was Sie verhandeln sollten oder für Ihr Kind planen können. So können Freundschaften auch über Sportvereine oder Musikschulen entstehen. Zeiten für Sie für Organisation oder eigene Freiräume können auch durch soziale Netzwerke (andere Eltern, Babysitter, eigene Eltern oder Schwiegereltern, usw.)

Kinder und Karriere – das geht!

So titelt ein Interview mit Verena Wankerl, 38 Jahre, Personalmanagement bei der Firma Hettich in der Neuen Westfälischen Zeitung (http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/buende/20654962_Kinder-und-Karriere-das-geht.html).

Verena Wankerl hat an der Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation der Studie „Frauen im Management in Ost-Westfalen-Lippe“ teilgenommen. Die Studie zeigt erstmals auf, wie Frauen am Management beteiligt sind. So liegt der Anteil von Frauen im Top- und Mittelmanagementpositionen im Durchschnitt in Ost-Westfalen-Lippe bei 18,2 Prozent gegenüber 11,9 Prozent in 2006. Die Studie finden Sie hier: http://www.ostwestfalen-lippe.de/images/stories/frauenmanagement_final.pdf

Die Hettich Unternehmensgruppe gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Möbelbeschlägen. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in der ostwestfälischen Stadt Kirchlengern. Laut Verena Wankerl ist Kompetenzvielfalt ein erklärtes Ziel des Unternehmens. Daher sollen mehr Frauen in Führungspositionen sein. Rahmenbedingungen dafür seien nach ihrer Erfahrung  agile Unternehmensformen wie z. B. Arbeiten in Teilzeit, Gleitzeit und Arbeiten im Homeoffice. Ein weiterer Faktor sei die Weiterentwicklung zu einer Ergebniskultur und das Verabschieden der Präsenzkultur.

Nach Verena Wankerl entstehen schon mit einem Drittel von Frauen in Führungspositionen deutliche Effekte Sie selbst war mit dem zweiten Kind in Elternzeit und ist im Januar mit 50 Prozent wieder eingestiegen. Davor hat sie 80 Prozent gearbeitet.

Für Hettich ist eine Elternzeit von 12 Monaten ideal, damit der Wiedereinstieg gut funktioniert. Während der Elternzeit an Betriebsversammlungen, Teamevents teilzunehmen oder mit wenigen Stunden in einem Projekt mitzuarbeiten hilft beiden Seiten, um „drin“ zu bleiben. Akzeptanz jedes Lebensmodells ist eine wichtige Grundlage, so dass jede Familie ihre Entscheidung treffen kann. Als Arbeitgeber die Rahmenbedingungen zu gestalten und als Wiedereinsteiger Betreuung und Haushaltsführung zu organisieren und die gemeinsame Entscheidung der Eltern zur Berufstätigkeit beider sind die drei Pfeiler für eine gelingende Vereinbarkeit. Wie viele Best Practice-Interviews hier im Blog rät auch Verena Wankerl, auch mal „fünf gerade sein zu lassen“ und Nein zu sagen, wen nicht alles zu schaffen ist.

Schön, wenn es Modelle für den gelungenen Wiedereinsteig gibt!

Best Practice: Der Wiedereinstieg schafft Freiheiten für das Muttersein und sich selbst!

Das Interview hat mich beeindruckt: so viele Stationen im Job mit drei Kindern! Anette,50 Jahre, ist schon fast „fertig“ mit Muttersein. Ihre Kinder sind heute 22, 20 und 18 Jahre alt. Die Wiedereinstiege haben also unter ganz anderen Rahmenbedingungen als den heutigen stattgefunden. Gelernt hat sie biologisch-technische Assistentin. Nach dem ersten Kind gab es noch „Erziehungsurlaub“. Dieser Arbeitgeber hat ein Programm für den Wiedereinstieg und garantiert fünf Jahren nach der Geburt den Arbeitsplatz. Das nimmt Anette an. Nach einem Jahr zu Hause ist sie mit 50 Prozent Teilzeit im Erziehungsurlaub wieder eingestiegen. Sie fuhr jeweils eine Stunde morgens und abends mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Arbeitsplatz. Betreut wurde der Sohn von ihrer Mutter, die im gleichen Haus wohnt.

Schwanger mit dem zweiten Kind ging sie mit ihrem Mann und erstem Kind für zwei Monate in die USA. Er hatte einen beruflichen Einsatz für seinen Arbeitgeber in den Staaten. Der Teilzeitjob im Erziehungsurlaub für das erste Kind als biologisch-technische Assistentin wäre durch den Mutterschutz aufgrund des zweiten Kindes sowieso bald zu Ende gewesen.

Nach der Geburt des zweiten Kindes hält sie es nicht sehr lange aus „ohne“. Sie trägt Zeitungen am frühen Morgen aus. Klar ist ihr, dass sie ein drittes Kind möchte. Daher gibt es keinen „großen“ Job.

Als Kind Nr. 3 ein Jahr alt ist, beginnt Anette für einen wissenschaftlichen Verlag an ihrem Wohnort an zwei halben Tagen pro Woche zu arbeiten. Das ist mit dem Wiedereinsteiger-Programm des ersten Arbeitgebers möglich. Sie betreut ein größeres Werk und hat viel Freiräume in der Zusammenarbeit mit den Autoren. Mit dem Wechsel auf den Chefsessel wird deutlich, dass der neue Chef ihr diese Freiräume nicht lässt und ihre Kompetenzen nicht sieht. Anette will wieder in ihren Beruf zurück, wo ihre Kompetenzen nicht in Frage gestellt werden. Der „große“ Sohn ist bei diesem Jobwechsel in der Schule und die beiden Mädchen im Kindergarten. Sie wird bei einer biotechnologischen Firma im näheren Umfeld fündig und arbeitet 50 Prozent bei vier Tagen pro Woche mit fünf Stunden pro Tag. Die Kinder werden von ihr in den Kindergarten gebracht, die Oma holt ab, kümmert sich um das Mittagessen und nach dem Mittagsschlaf ist sie wieder zu Hause.

Heute arbeitet Anette mit 50 Prozent in ihrem angestammten Beruf, hat in der Zwischenzeit eine Weiterbildung zur Study Nurse absolviert und will auf 80 Prozent aufstocken.

Zur Partnerschaft

Anette ist verheiratet. Vätermonate o. ä. gab es zu den Zeiten ihrer Kinder noch nicht. Bei seinem jetzigen Arbeitgeber konnte er eine Zeitlang mit 80 Prozent arbeiten. Anette arbeitet diesen Tag „ganz“. Er kümmerte sich um die Kinder und hatte mehr Zeit für sich – eine geniale Kombination für den Vater. Doch die Haltung in seiner Firma veränderte sich und er musste dieses Experiment beenden.

Die klassischen Frauenarbeiten erledigt Anette, die klassischen Männerarbeiten ihr Mann. Er unterstützt beim Einkauf, wenn sie ihm die Liste schreibt.

Die Arbeitgeber

Die Arbeitgeber haben wenig Abwesenheit durch die Kinder bei Anette erlebt. Die Kinder waren eher wenig krank. Wenn eines der Kinder krank war, hat Anette dies teilweise mit Überstunden ausgeglichen oder traf auf verständnisvolle Chefs, die teilweise selbst Väter oder Mütter waren bzw. wurden. Mit den unterschiedlichen Arbeitgebern hat Anette keine negativen Erfahrungen als arbeitende Mutter gemacht. Das liegt vielleicht auch an der Haltung „Es ist, wie es ist.“.

Im Interview sind die Arbeitgeber eher weniger ein Thema, vielleicht weil Anette in einem beruflichen Umfeld mit vielen weiblichen Teilzeit-Angestellten arbeitet?

Was hat Ihnen gut getan als Wiedereinsteiger?

Anette war und ist es wichtig, arbeiten zu gehen. Sie war glücklich wiedereinzusteigen – und das drei Mal. Ein gutes Gefühl war auch, dass die Kinder zu Hause bleiben konnten, weil ihre Mutter im Haus die Betreuung außerhalb von Kindergarten und Schule übernommen hat. Auch wenn ihr Verdienst nicht vergleichbar mit dem Einkommen ihres Mannes ist, entstand durch den Wiedereinstieg ein Gefühl von Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.

Putzen und Windelwechseln ist für Anette nicht gerade der Traumjob, gehört aber zum Mutter- und Hausfrausein dazu. Die Tätigkeit im Beruf und die Frage „Können Sie bitte“ statt das „Ich will“ der manchmal auch quengelnden Kinder machen einen für sie wichtigen Unterschied. Und der Beruf lässt dann Mütter auch zu Hause gelassener werden – das ist die Erfahrung von Anette.

Was haben Sie vermisst?

Anette hat das Glück, Kinder zu haben und Mutter zu sein. Vor dem ersten Kind war die Vorstellung Mutter zu sein und ganz für das Kind da zu sein „die Perspektive“ für Anette. Nach dem ersten Kind stellte sie fest, dass diese Realität sie nicht ganz zufrieden macht. Das war der Grund für den Wiedereinstieg. Daher vermisste sie nichts nach dem Wiedereinstieg.

Was könnten Arbeitgeber noch mehr oder anders tun, damit der Wiedereinstieg leicht gelingt?

Aus Sicht von Anette „war es, wie es war“. Die Rahmenbedingungen waren damals einfach anders. Als ihr drittes Kind sechs Monate alt war, lief die Frist für den Wiedereinstieg nach fünf Jahren aufgrund des Vertrages mit dem ersten Arbeitgeber ab. 100 Prozent (das war der damalige Umfang ihres Arbeitsvertrags) mit drei Kindern, das jüngste ein halbes Jahr alt, war für sie zu diesem Zeitpunkt nicht vorstell- und machbar. Da hätte sich Anette etwas mehr Flexibilität des Arbeitgebers gewünscht.

Was müsste sich in Ihrem persönlichen Umfeld verändern, damit Sie und Ihre Familie Beruf und Privates gut oder noch besser vereinbaren können?

Anette sind Aussagen wie „Der Mann verdient nicht genug, deshalb muss die Frau mitarbeiten“ begegnet. Das hat sie zwar nicht beeinflusst in ihren beruflichen Plänen, aber es war doch spürbar. Auch wenn ihre Mutter sich um die Enkel gekümmert hat , fand sie die Berufstätigkeit ihrer Tochter nicht wirklich gut. Das hat sicher die eine oder andere Diskussion hervorgerufen – doch weder ihre Meinung noch die der Mutter verändert. In einer Freundschaft war es nicht einfach, als berufstätige Mutter mit einer Vollzeit-Mutter befreundet zu sein. Zu unterschiedlich waren die Wichtigkeiten in den beiden Lebensentwürfen. Diese Freundschaft schlief dann ein.

Anette scheint wenig beeinflussbar von außen zu sein – das ist sicher für eine arbeitende Mutter von Vorteil.

Was ist der beste Tipp für andere Wiedereinsteiger?

Man und frau muss organisieren können, um als arbeitende Eltern gut klar zu kommen. Entweder gibt es eine Haushaltshilfe bzw. Putzfrau oder die Eltern verabschieden sich von einer aufgeräumten Wohnung – das sind Anettes Tipps für andere Wiedereinsteiger. Wie andere arbeitende Mütter warnt sie vor Perfektionismus. Vergessen sollte frau nicht, was ihr selbst wichtig ist und das dann auch tun. Auch der Partner sollte unterstützen und Aufgaben übernehmen. So gelingt es, Mutter zu sein und zu arbeiten.

Anne-Marie Slaughter: Vereinbarkeit in den USA

Vielleicht haben Sie schon von ihr gehört: Anne-Marie Slaughter war  Planungsdirektorin im Außenministerium und hat die Debatte über die heikle Balance zwischen Beruf und Familie wieder neu entfacht : Die Politikwissenschaftlerin  gab ihren erklärten Traumjob im State Department nach zwei Jahren auf, um wieder näher bei ihrer Familie zu sein. Sie schrieb darüber 2012 einen Artikel im Magazin „The Atlantic“ mit dem provokanten Titel: „Why women can’t have it all“ – Warum Frauen nicht alles haben können. Jetzt hat sie ihre Thesen in einem Buch veröffentlicht: „Unfinished Business“ – Unerledigte Aufgaben.

Wichtig ist zu wissen, dass die Rahmenbedingungen in den USA anders sind: Die USA ist das einzige industrialisierte Land der Welt, das keinen bezahlten Mutterschutz per Gesetz garantiert. Kindertagesstätten, öffentliche wie private, sind teuer und Subventionen gibt es nur für besonders bedürftige Familien. Das ist in Deutschland anders.

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Politikwissenschaftlerin Anne-Marie Slaughter nach den zwei Jahren in Washington in Princeton weiter als Professorin tätig war.

In ihrem aktuellen Buch geht sie etwas versöhnlicher mit dem Thema Vereinbarkeit um als 2012. Sie regt an, die Vorstellung von einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn neu zu definieren – eine Karriere nicht als stetig ansteigende Kurve zu betrachten, sondern als Stufenmodell mit aktiveren und ruhigeren Phasen.

Wer noch etwas mehr lesen will, wird hier fündig:

http://www.deutschlandfunk.de/familie-und-beruf-unbequeme-wahrheiten-ueber-die.1310.de.html?dram%3Aarticle_id=339775

Dort finden sich auch die Informationen zum Buch von ihr.

Für Deutschland sehe ich andere Rahmenbedingungen und damit mehr Möglichkeiten für eine erfolgreichen Wiedereinstieg. Die subtile Aufforderung für arbeitende Mütter, erfolgreich zu sein und Erfolg als steile Karriere zu sehen, ist nach meinen Erfahrungen auch in Deutschland spürbar. Daher gefällt mir das Stufen-Modell von Anne-Marie Slaughter gut.

Was sind Ihre Stufen? Auf welcher stehen Sie und welche ist die nächste?

Arbeitende Mütter – schon ein Normal“fall“?

Die verstärkte Einbindung von Mütter in das Berufsleben trägt zu einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) – so gefunden in Alex 3/2015. Dort wird auch eine Studie von Regus zitiert, an der 44.000 Berufstätige aus mehr als 100 Ländern teilgenommen haben:

  • 86 % in Deutschland (D), weltweit 83 %, sind davon überzeugt, dass flexible Arbeitskonzepte den Schlüssel zum Erfolg darstellen. So ließen sich Fachkräfte mit Kind für einen Job gewinnen und ans Unternehmen binden.
  • Mütter würden für ihre Erfahrung und ihre Kompetenz geschätzt (48 % in D, 55 % weltweit)
  • Mütter wären zuverlässig (30 % in D und ebenfalls weltweit) und hätten ein ausgezeichnetes Zeitmanagement (47 % in D, 31 % weltweit)

Die Zahlen machen Mut und sollten den Personalverantwortlichen geläufig sein und von Wiedereinsteigern in den Rückkehrgesprächen „platziert“ werden. Viel Erfolg dabei!

 

Schnellstarterinnen und ihre Erfahrungen

Was heißt es für Mütter, wenn sie bald nach der Geburt in den Beruf zurückkehren? Dieser Frage hat sich Frankfurter Allgemeine Zeitung gewidmet und drei Frauen befragt:

  • eine Assistenzärztin
  • eine Journalistin
  • eine Vize-Präsidentin einer Großbank

Hier können Sie den Artikel nachlesen: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/erfahrungen-von-muettern-die-gleich-nach-der-geburt-wieder-arbeiteten-13837511-p3.html

Die Frage „Wie geht es mir als Mutter und Berufstätige?“ wird je nach „Umfeld“ unterschiedlich bewertet. Gesellschaftliche „Glaubenssätze“, die postulieren, dass die Mutter für das Wohlergehen des Kindes zu Hause zu bleiben hat, kollidieren mit eigenen Wünschen nach Gestaltung der Berufstätigkeit. Alle Eltern, oft die Mütter, müssen hier den eigenen Platz finden – und dann den Weg selbstsicher gehen. Die Kinder spüren diese Überzeugung und profitieren in ihrer Entwicklung davon.

Wichtig scheinen auch die „Glaubenssätze“ der Arbeitgeber zu sein. Kann eine Mutter überhaupt als Führungskraft arbeiten? Geht Teilzeit und Vorgesetzte sein?  Passen verantwortungsvolle Aufgaben und Mutter sein zusammen? Hier scheint sich in der letzten Dekade einiges verändert zu haben – wohl auch durch das „Mehr“ an berufstätigen Müttern.

Väter sind im Kommen!

Es braucht positive Nachrichten, Best Practice und Beispiele, wo es gut voran geht  zum Thema „Erfolgreicher Wiedereinstieg“. Diese Woche gibt es zwei Nachrichten. Auf der einen Seite bin ich stolz, dass eines meiner Themen in das Magazin von Gender Dialog Society geschafft hat. Den Artikel finden Sie hier:

http://www.gendersdialogsociety.com/vater-sind-im-kommen/

Sie finden in diesem Artikel eine kurze Übersicht zur Väterstudie von Roland Berger und Vätermodelle, die in der Presse zu finden waren.

Eine Kollegin hat einen wundervollen Blogbeitrag eines Erfolgs-Vaters gefunden: http://www.lindig.com/lindig-blog/-/detail/news/der-chef-geht–10173

Hier berichtet ein Unternehmer, welche Erfahrungen er mit Elternzeit gemacht hat.

Welche guten Erfahrungen haben Sie mit Vätern gemacht? Welche Rahmenbedingung brauchen Väter? Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Best Practice: Früher Wiedereinstieg hilft bei der Vereinbarkeit!

Die beruflichen Stationen von Julia sind vielfältig. Nach dem Studium ist sie z. B. in der Beratung und in großen Projekten aktiv. Heute ist sie Professorin an einer Hochschule. Sie hat zwei Kinder im Alter von 10 und 12 Jahren. Nach dem ersten Kind ist sie nach neun Monaten wieder eingestiegen. Das realisierte sie mit einem 60 %igen Beschäftigungsumfang als drei „lange“ Tage im Büro. Nach dem zweiten Kind arbeitete sie weiter mit einem flexiblen Teilzeit–Modell. Die gesetzliche Rahmenbedingungen zu diesem Zeitpunkt waren „Teilzeit in Elternzeit“ mit bis zu 30 Stunden pro Woche. Vollzeit arbeitet sie seit fünf Jahren mit Homeoffice-Anteilen. Das ist vor allem seit dem zweiten Kind wichtig.

Zur Partnerschaft

Julia ist verheiratet. Vätermonate gab es zur Zeit der Geburt der Kinder noch nicht. Beim ersten Kind hat der Vater sich beruflich verändert aus einem Job mit einem 14 bis 15 Stunden Tag in eine Anstellung mit weniger Reisetätigkeit, um mehr zu Hause sein zu können. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er sich genauso um die Kinder kümmert. Die „Arbeitsaufteilung“ als Eltern ist nötig, da beide Vollzeit arbeiten. Elternabende sind für beide ein Thema, auch wenn Julia mehr Termine wahrnimmt. Die Hilfe bei den Hausaufgaben wird nach dem „Spaß-Prinzip“ verteilt. Wenn ein Kind krank ist, sprechen beide ab, wer gerade besser zu Hause bleiben kann.

Die Arbeitgeber

Der erste Wiedereinstieg gestaltete sich nicht so einfach: „Weil ich Mutter war, habe ich Aufgaben bekommen, die ich früher selbst delegiert habe.“ Julia erlebt einen Rückschritt – weil männliche Führungskräfte dachten, sie könne das nicht. Der zweite Wiedereinstieg war einfacher, weil kurz vorher Projektarbeiten abgesprochen waren. Vor zehn Jahren war das eher ungewöhnlich, heute sind Projektaufgaben eher normal. Diese Projektzeit dauerte ein Jahr, dann erfolgte der nächste Umzug und es stand wieder Neues an. Wer sich jetzt wundert, wie das gehen kann – diese Frage habe ich auch gestellt. Julia war zu dieser Zeit bei einem großem Konzern beschäftigt, der an ihren jeweiligen Wohnorten eine Niederlassung hatte. Das bedeute zwar jeweils einen neuen Vorgesetzten und neue Aufgabenbereiche, doch auch immer wieder die Möglichkeit, weiterzuarbeiten. Der Konzern arbeitete mit Familienagenturen zusammen. Darüber konnten Tagesmütter gefunden werden. Hier weist sie im Interview darauf hin, dass das auch für Väter möglich ist, die bei großen Konzernen arbeiten!

Was hat ihr gut getan als Wiedereinsteigerin?

Julia genoss es, neben all den Babythemen den Kopf für andere Dinge wieder frei zu bekommen. Ihr ist es wichtig, das zu tun, was sie kann und wofür sie ausgebildet ist. Der Wiedereinstieg soll daran wieder anknüpfen können. Im Beruf kann sie wieder unter erwachsenen Menschen sein

Was hat sie vermisst?

Julia fehlte das Verständnis mancher Vorgesetzter für die Doppelgleisigkeit von Familie und Beruf. Arbeitende Eltern müssen pünktlich gehen, auch wenn sich z. B. Besprechungstermine verschieben. Viele Mütter in ihrem Umfeld hätten mit Unverständnis auf den frühen Wunsch des Wiedereinstiegs reagiert. Als die Kinder noch klein waren, hieß es häufig: „Genieße lieber deine Elternzeit, dem Kind tut das gut.“ Kam man abgehetzt zum Elternsprechtag, weil dieser bereits um 18 Uhr startete: „Ist doch klar, das ist zu viel.“ Dadurch hätten Eltern oft das Gefühl, niemandem gerecht zu werden. Man braucht ein dickes Fell für schräge Blicke oder blöde Bemerkungen – so ihre Erfahrung. Sie wünscht sich mehr Verständnis für berufstätige Eltern – ohne sich rechtfertigen zu müssen oder bewertet zu werden.

Was ist aus ihrer Sicht die größte Hürde für einen erfolgreichen Wiedereinstieg?

Die Akzeptanz von Gesellschaft und Unternehmen, dass Mütter nicht alles Berufliche vergessen, wenn ein Kind da ist! Mütter wollen arbeiten und wollen dies auch können. Bei ihr schloss der Ganztageskindergarten um 16:00 Uhr – das sind keine guten Rahmenbedingungen für arbeitende Eltern. Das hat sich heute zumindest in Teilen verbessert.

Was könnten Arbeitgeber noch mehr oder anders tun, damit der Wiedereinstieg leicht gelingt?

Vor dem Wiedereinstieg ist ein Gespräch mit dem Chef wichtig, um gegenseitige Erwartungshaltungen austauschen. Was kann, will und soll z. B. in Teilzeit geleistet werden? Was wird evtl. an Überstunden erwartet, was ist dabei zumutbar? Vielleicht ist ein Homeoffice passend? Das Ganze sollte in einer offenen Gesprächsatmosphäre stattfinden. Auf alle Fälle brauchen arbeitende Eltern einen längeren Planungshorizont. Eltern sollten aber bereits Vorschläge mitbringen – und immer wieder Kommunikation einfordern. Führungskräfte müssen für die Bedürfnisse von Familien sensibilisiert werden.

Julia erzählt, wie eine beruflich erfolgreiche Freundin ohne Kinder von zwei Abteilungsleitern mit Kindern gebeten wurde, Meetings um 17:00 Uhr enden zu lassen – beide wollten ihre Kinder abends noch sehen. Ihre Freundin hatte das nicht im Blick.

Was müsste „die Gesellschaft“ tun oder anders denken, damit der Wiedereinstieg für arbeitende Eltern gut gelingt?

Es braucht in Deutschland eine andere Geisteshaltung, wie z. B. in Holland oder Finnland. In den Niederlanden können beide Eltern in Teilzeit arbeiten, ohne einen Ansehensverlust oder Einschränkungen bei der Karriere. Hinderlich sind die lange Arbeitszeiten in Deutschland: 19:00 oder 20:00 Uhr sind eher die Regel als die Ausnahme. Das aber geht zu Lasten der Kinder. Mehr Verständnis sei zudem wichtig, da junge Familien eine Vielzahl von zusätzlichen zeit- und organisationsintensiven Tätigkeiten wahrnehmen, bis die Kinder selbständiger sind,. Damit beide Eltern berufstätig bleiben, müsste in der Öffentlichkeit mehr darüber berichtet werden, wie Elternsein und Arbeiten gelingt, statt dass der Fokus der Berichterstattung auf den Schwierigkeiten liegt.

Was müsste sich in ihrem persönlichen Umfeld verändern, damit sie und ihre Familie Beruf und Privates gut oder noch besser vereinbaren können?

Auch wenn es Unterstützung durch den Arbeitgeber gab, ist die Betreuung nach wie vor ein Thema, weil eben alles selbst organisiert werden muss. Die Aufnahme von Au-pairs war eine gute Entscheidung für einige Jahre, da musste nicht jeder Tag neu organisiert werden. Was fehlt, sind Institutionen z. B. in der Kommune, die für Betreuungsfragen zuständig sind und die Serviceangebote unterschiedlichster Art, privat und öffentlich, bündeln. Für die Familie von Julia ist die Betreuungsfrage wichtig, da durch die Umzüge eher weniger Freunde vor Ort sind und die Großeltern weiter weg wohnen und so im Alltag nicht verfügbar sind. Ein besserer Zugang zu Betreuungsangeboten macht einen Jobwechsel und den Wiedereinstieg leichter und Eltern sind dadurch flexibler. Das ermöglicht Müttern z. B. auch den Weg in die Selbstständigkeit.

Was ist der beste Tipp für andere Wiedereinsteiger?

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben! Daher sollen Eltern mit Vertrauen an alles herangehen und sich gut vorbereiten, aber nicht zu Tode planen – das geht mit Kindern sowieso nicht. Eltern sollten um Hilfe fragen und im Job auch mal „Nein“ sagen können. Aufgaben sollten auch abgegeben werden. Manche Termine muss man absagen, man kann und muss nicht alles machen.

Julia hat die Erfahrung gemacht, dass kleine Kinder sehr zufrieden mit guter und qualifizierter Betreuung sind – das ist auch gut zu bekommen. Wenn Kinder größer werden, sind andere Strukturen nötig. Eltern sollten daher früh wieder einsteigen. Man ist dann fester im Job und kann die die Bedürfnisse der größeren Kinder besser verhandeln. Der Arbeitgeber und auch die Kinder konnten bis dahin die Erfahrungen machen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie klappt. So ist die Verhandlungsposition besser.

Julia rät Eltern, auch Zutrauen in andere Erwachsene zu haben, mit ihrem Baby oder Kleinkind gut umgehen zu können. Sie hat mit ihrem ersten Kind erleben können, dass dieses von ihrem frühen Wiedereinstieg profitierte, da es ab dem Alter von neun Monaten zu einer Tagesmutter mit zwei älteren eigenen Kindern ging und dort viel mit seinen großen „Gastgeschwistern“ spielen und von ihnen lernen konnte.

Wenn Sie Ihren Wiedereinstieg mit einem Satz beschreiben würden, wie wäre dieser?

Kinder sind Erfüllung, Arbeiten auch – Eltern sollen es einfach wagen und dafür den evtl. Perfektionsmuszwang zügeln.

Arbeitende Eltern: Wer arbeitet wie viel?

Nach einem Blog-Beitrag von BRIGITTE MOM sind deutsche Eltern konservativ: Mütter arbeiten in Teilzeit, Väter in Vollzeit. Eine Allensbach-Studie habe ermittelt, dass bei 55 Prozent der Eltern nach dem ersten Kind die Variante „Mutter Teilzeit, Vater Vollzeit“ gewählt wird. Fast jede fünfte Frau höre ganz auf zu arbeiten. Nach wie vor sei die Situation in Ostdeutschland anders. Dort sei im Schnitt die Elternzeit kürzer und mehr Eltern gingen in Vollzeit arbeiten.

Die meisten Paare gaben an, dass bei der Frage des Wiedereinstiegs die Stunden der Mutter nach der Elternzeit in der Familie diskutiert wird. Die Vollzeit-Tätigkeit des Vaters werde nicht thematisiert. 11 Prozent der Väter trauen sich die alleinige Betreuung des Kindes  / der Kinder nicht zu – und 11 Prozent der Mütter finden es nicht gut, wenn der Vater mehrheitlich sich um den Nachwuchs kümmern würde. So lange diese Antworten kommen, ist es noch ein weiter Weg zur Gleichberechtigung in der Familie und Mütter sind nach wie vor weniger repräsentiert in den Unternehmen, gerade auch in den Führungspositionen.

Bei der Studie „Weichenstellungen für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf“ wurden mehr als 3.000 Eltern mit Kinder unter sechs Jahren befragt.  Das ist der Link zum Artikel: http://mom.brigitte.de/schlau-werden/eltern-teilzeit-1250258/ Und das der Link zur Studie: http://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/IfD/sonstige_pdfs/Weichenstellungen_Bericht_FINAL.pdf

Die Süddeutsche thematisiert in einem Beitrag vom 11. Juli 2015 vor, dass 32 Wochenstunden als Arbeitszeit für Familien reichen. Das war ein Vorschlag von Familienministerin Manuela Schleswig.. Auch hier wird festgestellt, dass der Anteil der Mütter an der Haushalts- und Familienorganisation höher ist als der der Väter, auch wenn die Mütter arbeiten. Die Süddeutsche bezieht sich auf den Führungskräftemonitor 2015 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Weibliche Führungskräfte kümmern sich fast doppelt so lange um den Nachwuchs wie Väter in der gleichen Position. Diese würden aber gerne weniger arbeiten. Als Weg zum Ziel werden benannt:

  • dass die Politik handeln sollte: u. a. 32-Stunden-Woche, Frauenquoten, Nachbesserung beim Elterngeld
  • dass die Unternehmen handeln sollten: u. .a geringe Wochenstunden und trotzdem tolle Jobs, Führen in Teilzeit, weniger Arbeiten am Abend, Doppelspitzen und mehr Job-Sharing
  • dass die Eltern handeln sollten: u. a. Mütter sollen mehr abgeben lernen und Väter mehr Aufgaben und Verantwortung in der Familie übernehmen.

Hier der Link zur Studie: http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.510264.de/diwkompakt_2015-100.pdf