Anne-Marie Slaughter: Vereinbarkeit in den USA

Vielleicht haben Sie schon von ihr gehört: Anne-Marie Slaughter war  Planungsdirektorin im Außenministerium und hat die Debatte über die heikle Balance zwischen Beruf und Familie wieder neu entfacht : Die Politikwissenschaftlerin  gab ihren erklärten Traumjob im State Department nach zwei Jahren auf, um wieder näher bei ihrer Familie zu sein. Sie schrieb darüber 2012 einen Artikel im Magazin „The Atlantic“ mit dem provokanten Titel: „Why women can’t have it all“ – Warum Frauen nicht alles haben können. Jetzt hat sie ihre Thesen in einem Buch veröffentlicht: „Unfinished Business“ – Unerledigte Aufgaben.

Wichtig ist zu wissen, dass die Rahmenbedingungen in den USA anders sind: Die USA ist das einzige industrialisierte Land der Welt, das keinen bezahlten Mutterschutz per Gesetz garantiert. Kindertagesstätten, öffentliche wie private, sind teuer und Subventionen gibt es nur für besonders bedürftige Familien. Das ist in Deutschland anders.

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Politikwissenschaftlerin Anne-Marie Slaughter nach den zwei Jahren in Washington in Princeton weiter als Professorin tätig war.

In ihrem aktuellen Buch geht sie etwas versöhnlicher mit dem Thema Vereinbarkeit um als 2012. Sie regt an, die Vorstellung von einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn neu zu definieren – eine Karriere nicht als stetig ansteigende Kurve zu betrachten, sondern als Stufenmodell mit aktiveren und ruhigeren Phasen.

Wer noch etwas mehr lesen will, wird hier fündig:

http://www.deutschlandfunk.de/familie-und-beruf-unbequeme-wahrheiten-ueber-die.1310.de.html?dram%3Aarticle_id=339775

Dort finden sich auch die Informationen zum Buch von ihr.

Für Deutschland sehe ich andere Rahmenbedingungen und damit mehr Möglichkeiten für eine erfolgreichen Wiedereinstieg. Die subtile Aufforderung für arbeitende Mütter, erfolgreich zu sein und Erfolg als steile Karriere zu sehen, ist nach meinen Erfahrungen auch in Deutschland spürbar. Daher gefällt mir das Stufen-Modell von Anne-Marie Slaughter gut.

Was sind Ihre Stufen? Auf welcher stehen Sie und welche ist die nächste?

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Arbeitende Mütter – schon ein Normal“fall“?

Die verstärkte Einbindung von Mütter in das Berufsleben trägt zu einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) – so gefunden in Alex 3/2015. Dort wird auch eine Studie von Regus zitiert, an der 44.000 Berufstätige aus mehr als 100 Ländern teilgenommen haben:

  • 86 % in Deutschland (D), weltweit 83 %, sind davon überzeugt, dass flexible Arbeitskonzepte den Schlüssel zum Erfolg darstellen. So ließen sich Fachkräfte mit Kind für einen Job gewinnen und ans Unternehmen binden.
  • Mütter würden für ihre Erfahrung und ihre Kompetenz geschätzt (48 % in D, 55 % weltweit)
  • Mütter wären zuverlässig (30 % in D und ebenfalls weltweit) und hätten ein ausgezeichnetes Zeitmanagement (47 % in D, 31 % weltweit)

Die Zahlen machen Mut und sollten den Personalverantwortlichen geläufig sein und von Wiedereinsteigern in den Rückkehrgesprächen „platziert“ werden. Viel Erfolg dabei!

 

Schnellstarterinnen und ihre Erfahrungen

Was heißt es für Mütter, wenn sie bald nach der Geburt in den Beruf zurückkehren? Dieser Frage hat sich Frankfurter Allgemeine Zeitung gewidmet und drei Frauen befragt:

  • eine Assistenzärztin
  • eine Journalistin
  • eine Vize-Präsidentin einer Großbank

Hier können Sie den Artikel nachlesen: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/erfahrungen-von-muettern-die-gleich-nach-der-geburt-wieder-arbeiteten-13837511-p3.html

Die Frage „Wie geht es mir als Mutter und Berufstätige?“ wird je nach „Umfeld“ unterschiedlich bewertet. Gesellschaftliche „Glaubenssätze“, die postulieren, dass die Mutter für das Wohlergehen des Kindes zu Hause zu bleiben hat, kollidieren mit eigenen Wünschen nach Gestaltung der Berufstätigkeit. Alle Eltern, oft die Mütter, müssen hier den eigenen Platz finden – und dann den Weg selbstsicher gehen. Die Kinder spüren diese Überzeugung und profitieren in ihrer Entwicklung davon.

Wichtig scheinen auch die „Glaubenssätze“ der Arbeitgeber zu sein. Kann eine Mutter überhaupt als Führungskraft arbeiten? Geht Teilzeit und Vorgesetzte sein?  Passen verantwortungsvolle Aufgaben und Mutter sein zusammen? Hier scheint sich in der letzten Dekade einiges verändert zu haben – wohl auch durch das „Mehr“ an berufstätigen Müttern.

Was arbeitende Eltern für Arbeitgeber mitbringen:

Sie haben hier schon lesen können, dass arbeitende Eltern durch das „Eltern-Sein“ Qualifikationen erwerben, die sie beruflich nutzen können. Im Herbst ist ein Blogbeitrag einer anderen Autorin erschienen:

10 Eltern-Superfähigkeiten, die im Job helfen. (Und in der Ehe)

Diese 10 Fähigkeiten hat die Autorin identifiziert – mehr dazu können Sie im zitierten Blogbeitrag lesen:

1.) Sich in den anderen hineinversetzen (Intentionen erkennen)

2.) Streit schlichten (Moderation)

3.) Klare Aussagen einfordern (Fokussieren)

4.) Handlungsaufforderungen generieren (Delegieren)

5.) Situationen aussitzen (Krisenmanagement)

6.) Handlungsbedarf einschätzen (nicht bluffen lassen)

7.) Alle an einen Tisch bringen (Networking)

8.) Viel Feind, viel Ehr (Aufstieg in der Hierarchie)

9.) Vertragt euch wieder! (Team Building)

10.) Erkennen, wann der Ofen aus ist (Neuausrichtung)

Mir gefällt besonders gut das Wording. Auf der einen Seite ein Wording, wie es eher im familiären Umfeld verwendet wird. Auf der anderen Seite entspricht die zweite Hälfte der Fähigkeit dem Wording im Unternehmen. Die Aufgabe von arbeitenden Eltern aus meiner Sicht ist daher, bei Kollegen und Vorgesetzten auf das richtige Wording zu achten.

Vorgesetzte und Personalverantwortliche können diese Fähigkeiten für den unternehmerischen Erfolg nutzen. Viel Erfolg dabei!

Väter sind im Kommen!

Es braucht positive Nachrichten, Best Practice und Beispiele, wo es gut voran geht  zum Thema „Erfolgreicher Wiedereinstieg“. Diese Woche gibt es zwei Nachrichten. Auf der einen Seite bin ich stolz, dass eines meiner Themen in das Magazin von Gender Dialog Society geschafft hat. Den Artikel finden Sie hier:

http://www.gendersdialogsociety.com/vater-sind-im-kommen/

Sie finden in diesem Artikel eine kurze Übersicht zur Väterstudie von Roland Berger und Vätermodelle, die in der Presse zu finden waren.

Eine Kollegin hat einen wundervollen Blogbeitrag eines Erfolgs-Vaters gefunden: http://www.lindig.com/lindig-blog/-/detail/news/der-chef-geht–10173

Hier berichtet ein Unternehmer, welche Erfahrungen er mit Elternzeit gemacht hat.

Welche guten Erfahrungen haben Sie mit Vätern gemacht? Welche Rahmenbedingung brauchen Väter? Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Best Practice: Früher Wiedereinstieg hilft bei der Vereinbarkeit!

Die beruflichen Stationen von Julia sind vielfältig. Nach dem Studium ist sie z. B. in der Beratung und in großen Projekten aktiv. Heute ist sie Professorin an einer Hochschule. Sie hat zwei Kinder im Alter von 10 und 12 Jahren. Nach dem ersten Kind ist sie nach neun Monaten wieder eingestiegen. Das realisierte sie mit einem 60 %igen Beschäftigungsumfang als drei „lange“ Tage im Büro. Nach dem zweiten Kind arbeitete sie weiter mit einem flexiblen Teilzeit–Modell. Die gesetzliche Rahmenbedingungen zu diesem Zeitpunkt waren „Teilzeit in Elternzeit“ mit bis zu 30 Stunden pro Woche. Vollzeit arbeitet sie seit fünf Jahren mit Homeoffice-Anteilen. Das ist vor allem seit dem zweiten Kind wichtig.

Zur Partnerschaft

Julia ist verheiratet. Vätermonate gab es zur Zeit der Geburt der Kinder noch nicht. Beim ersten Kind hat der Vater sich beruflich verändert aus einem Job mit einem 14 bis 15 Stunden Tag in eine Anstellung mit weniger Reisetätigkeit, um mehr zu Hause sein zu können. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er sich genauso um die Kinder kümmert. Die „Arbeitsaufteilung“ als Eltern ist nötig, da beide Vollzeit arbeiten. Elternabende sind für beide ein Thema, auch wenn Julia mehr Termine wahrnimmt. Die Hilfe bei den Hausaufgaben wird nach dem „Spaß-Prinzip“ verteilt. Wenn ein Kind krank ist, sprechen beide ab, wer gerade besser zu Hause bleiben kann.

Die Arbeitgeber

Der erste Wiedereinstieg gestaltete sich nicht so einfach: „Weil ich Mutter war, habe ich Aufgaben bekommen, die ich früher selbst delegiert habe.“ Julia erlebt einen Rückschritt – weil männliche Führungskräfte dachten, sie könne das nicht. Der zweite Wiedereinstieg war einfacher, weil kurz vorher Projektarbeiten abgesprochen waren. Vor zehn Jahren war das eher ungewöhnlich, heute sind Projektaufgaben eher normal. Diese Projektzeit dauerte ein Jahr, dann erfolgte der nächste Umzug und es stand wieder Neues an. Wer sich jetzt wundert, wie das gehen kann – diese Frage habe ich auch gestellt. Julia war zu dieser Zeit bei einem großem Konzern beschäftigt, der an ihren jeweiligen Wohnorten eine Niederlassung hatte. Das bedeute zwar jeweils einen neuen Vorgesetzten und neue Aufgabenbereiche, doch auch immer wieder die Möglichkeit, weiterzuarbeiten. Der Konzern arbeitete mit Familienagenturen zusammen. Darüber konnten Tagesmütter gefunden werden. Hier weist sie im Interview darauf hin, dass das auch für Väter möglich ist, die bei großen Konzernen arbeiten!

Was hat ihr gut getan als Wiedereinsteigerin?

Julia genoss es, neben all den Babythemen den Kopf für andere Dinge wieder frei zu bekommen. Ihr ist es wichtig, das zu tun, was sie kann und wofür sie ausgebildet ist. Der Wiedereinstieg soll daran wieder anknüpfen können. Im Beruf kann sie wieder unter erwachsenen Menschen sein

Was hat sie vermisst?

Julia fehlte das Verständnis mancher Vorgesetzter für die Doppelgleisigkeit von Familie und Beruf. Arbeitende Eltern müssen pünktlich gehen, auch wenn sich z. B. Besprechungstermine verschieben. Viele Mütter in ihrem Umfeld hätten mit Unverständnis auf den frühen Wunsch des Wiedereinstiegs reagiert. Als die Kinder noch klein waren, hieß es häufig: „Genieße lieber deine Elternzeit, dem Kind tut das gut.“ Kam man abgehetzt zum Elternsprechtag, weil dieser bereits um 18 Uhr startete: „Ist doch klar, das ist zu viel.“ Dadurch hätten Eltern oft das Gefühl, niemandem gerecht zu werden. Man braucht ein dickes Fell für schräge Blicke oder blöde Bemerkungen – so ihre Erfahrung. Sie wünscht sich mehr Verständnis für berufstätige Eltern – ohne sich rechtfertigen zu müssen oder bewertet zu werden.

Was ist aus ihrer Sicht die größte Hürde für einen erfolgreichen Wiedereinstieg?

Die Akzeptanz von Gesellschaft und Unternehmen, dass Mütter nicht alles Berufliche vergessen, wenn ein Kind da ist! Mütter wollen arbeiten und wollen dies auch können. Bei ihr schloss der Ganztageskindergarten um 16:00 Uhr – das sind keine guten Rahmenbedingungen für arbeitende Eltern. Das hat sich heute zumindest in Teilen verbessert.

Was könnten Arbeitgeber noch mehr oder anders tun, damit der Wiedereinstieg leicht gelingt?

Vor dem Wiedereinstieg ist ein Gespräch mit dem Chef wichtig, um gegenseitige Erwartungshaltungen austauschen. Was kann, will und soll z. B. in Teilzeit geleistet werden? Was wird evtl. an Überstunden erwartet, was ist dabei zumutbar? Vielleicht ist ein Homeoffice passend? Das Ganze sollte in einer offenen Gesprächsatmosphäre stattfinden. Auf alle Fälle brauchen arbeitende Eltern einen längeren Planungshorizont. Eltern sollten aber bereits Vorschläge mitbringen – und immer wieder Kommunikation einfordern. Führungskräfte müssen für die Bedürfnisse von Familien sensibilisiert werden.

Julia erzählt, wie eine beruflich erfolgreiche Freundin ohne Kinder von zwei Abteilungsleitern mit Kindern gebeten wurde, Meetings um 17:00 Uhr enden zu lassen – beide wollten ihre Kinder abends noch sehen. Ihre Freundin hatte das nicht im Blick.

Was müsste „die Gesellschaft“ tun oder anders denken, damit der Wiedereinstieg für arbeitende Eltern gut gelingt?

Es braucht in Deutschland eine andere Geisteshaltung, wie z. B. in Holland oder Finnland. In den Niederlanden können beide Eltern in Teilzeit arbeiten, ohne einen Ansehensverlust oder Einschränkungen bei der Karriere. Hinderlich sind die lange Arbeitszeiten in Deutschland: 19:00 oder 20:00 Uhr sind eher die Regel als die Ausnahme. Das aber geht zu Lasten der Kinder. Mehr Verständnis sei zudem wichtig, da junge Familien eine Vielzahl von zusätzlichen zeit- und organisationsintensiven Tätigkeiten wahrnehmen, bis die Kinder selbständiger sind,. Damit beide Eltern berufstätig bleiben, müsste in der Öffentlichkeit mehr darüber berichtet werden, wie Elternsein und Arbeiten gelingt, statt dass der Fokus der Berichterstattung auf den Schwierigkeiten liegt.

Was müsste sich in ihrem persönlichen Umfeld verändern, damit sie und ihre Familie Beruf und Privates gut oder noch besser vereinbaren können?

Auch wenn es Unterstützung durch den Arbeitgeber gab, ist die Betreuung nach wie vor ein Thema, weil eben alles selbst organisiert werden muss. Die Aufnahme von Au-pairs war eine gute Entscheidung für einige Jahre, da musste nicht jeder Tag neu organisiert werden. Was fehlt, sind Institutionen z. B. in der Kommune, die für Betreuungsfragen zuständig sind und die Serviceangebote unterschiedlichster Art, privat und öffentlich, bündeln. Für die Familie von Julia ist die Betreuungsfrage wichtig, da durch die Umzüge eher weniger Freunde vor Ort sind und die Großeltern weiter weg wohnen und so im Alltag nicht verfügbar sind. Ein besserer Zugang zu Betreuungsangeboten macht einen Jobwechsel und den Wiedereinstieg leichter und Eltern sind dadurch flexibler. Das ermöglicht Müttern z. B. auch den Weg in die Selbstständigkeit.

Was ist der beste Tipp für andere Wiedereinsteiger?

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben! Daher sollen Eltern mit Vertrauen an alles herangehen und sich gut vorbereiten, aber nicht zu Tode planen – das geht mit Kindern sowieso nicht. Eltern sollten um Hilfe fragen und im Job auch mal „Nein“ sagen können. Aufgaben sollten auch abgegeben werden. Manche Termine muss man absagen, man kann und muss nicht alles machen.

Julia hat die Erfahrung gemacht, dass kleine Kinder sehr zufrieden mit guter und qualifizierter Betreuung sind – das ist auch gut zu bekommen. Wenn Kinder größer werden, sind andere Strukturen nötig. Eltern sollten daher früh wieder einsteigen. Man ist dann fester im Job und kann die die Bedürfnisse der größeren Kinder besser verhandeln. Der Arbeitgeber und auch die Kinder konnten bis dahin die Erfahrungen machen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie klappt. So ist die Verhandlungsposition besser.

Julia rät Eltern, auch Zutrauen in andere Erwachsene zu haben, mit ihrem Baby oder Kleinkind gut umgehen zu können. Sie hat mit ihrem ersten Kind erleben können, dass dieses von ihrem frühen Wiedereinstieg profitierte, da es ab dem Alter von neun Monaten zu einer Tagesmutter mit zwei älteren eigenen Kindern ging und dort viel mit seinen großen „Gastgeschwistern“ spielen und von ihnen lernen konnte.

Wenn Sie Ihren Wiedereinstieg mit einem Satz beschreiben würden, wie wäre dieser?

Kinder sind Erfüllung, Arbeiten auch – Eltern sollen es einfach wagen und dafür den evtl. Perfektionsmuszwang zügeln.

A.T. Kearney-Familienstudie: Männer gewinnen – Frauen verlieren

Es tut sich Spannendes bei der Vereinbarkeit: Die Väter rücken immer mehr in den Fokus und scheinen besser „wegzukommen“ als Mütter. So könnte das Ergebnis der 3. Familienstudie interpretiert werden. Befragt wurden rund 1.000 Beschäftigte zur Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit. Familie und Beruf leben zu können, ist für eine große Mehrheit wichtig für ihr Wohlbefinden – und es herrscht Zufriedenheit mit der eigenen Situation. Mehr berufstätige Eltern nehmen familienfreundliche Leistungen in Anspruch. Das Vertrauensverhältnis zu Vorgesetzten wird als besser wahrgenommen, ebenso hat sich die Glaubwürdigkeit der Führungskräfte in den Augen berufstätiger Eltern erhöht.

Trotzdem gibt es Unterschiede zwischen den Vätern und Müttern. Mütter gehen länger in Elternzeit oder arbeiten Teilzeit. Väter würden gerne eher 80 oder 90 Prozent arbeiten, sind damit aber weniger akzeptiert. Väter befürchten berufliche Nachteile. Hier ein paar Zahlen aus der Studie zur eigenen „Interpretation“:

  • 78 % werden in den kommenden Jahren nicht aus eigenem Antrieb den Arbeitgeber wechseln
  • 68 % würden ihren Arbeitgeber uneingeschränkt weiterempfehlen
  • 64 % bezeichnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihrem Unternehmen als selbstverständlich
  • 53 % sagen, dass die Führungskräfte beim Thema Familienfreundlichkeit eine Vorbildfunktion haben
  • 28 % befürchten bei Inanspruchnahme von familienfreundlichen Leistungen, dass ihre Karriere zukünftig gefährdet sei
  • 28 % befürchten, dass sie zukünftig mit inhaltlich weniger attraktiven Aufgaben betraut werden
  • 83 % der Väter aber nur 64 % der Mütter sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeitssituation
  • 16 % der Väter aber 34 % der Mütter befürchten Probleme mit Kollegen
    67 % sehen in der Flexibilisierung eine große Chance, Beruf und Familie besser aufeinander abstimmen zu können
  • 87% sagen, dass die ständige Erreichbarkeit zu Dauerstress führt (90 % der Frauen, 85 % der Männer)

Nachgefragt wurde auch, was familienfreundlich „wirkt“. Diese Maßnahmen finden sich in familienfreundlichen Unternehmen:

  • Führungskräfte sind Vorbilder
  • Gutes Vertrauensverhältnis zu Vorgesetztem
  • Hohe Passgenauigkeit für Beschäftige mit Kindern
  • Hohe Passgenauigkeit für Beschäftige mit pflegebedürftigen Angehörigen
  • Hohe Bekanntheit der Ansprechpartner zum Thema Vereinbarkeit
  • Geringe Notwendigkeit der Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit

Es geht voran mit dem Wiedereinstieg und damit mit der Vereinbarkeit – auch wenn es immer noch zu tun gibt!

Wer die Studie komplett lesen möchte, findet sie hier :http://www.atkearney.de/documents/856314/6352031/A+T+Kearney+361+Grad+Familienstudie+2015+-+Vereinbarkeit+wagen.pdf