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Best Practice: Früher Wiedereinstieg hilft bei der Vereinbarkeit!

Die beruflichen Stationen von Julia sind vielfältig. Nach dem Studium ist sie z. B. in der Beratung und in großen Projekten aktiv. Heute ist sie Professorin an einer Hochschule. Sie hat zwei Kinder im Alter von 10 und 12 Jahren. Nach dem ersten Kind ist sie nach neun Monaten wieder eingestiegen. Das realisierte sie mit einem 60 %igen Beschäftigungsumfang als drei „lange“ Tage im Büro. Nach dem zweiten Kind arbeitete sie weiter mit einem flexiblen Teilzeit–Modell. Die gesetzliche Rahmenbedingungen zu diesem Zeitpunkt waren „Teilzeit in Elternzeit“ mit bis zu 30 Stunden pro Woche. Vollzeit arbeitet sie seit fünf Jahren mit Homeoffice-Anteilen. Das ist vor allem seit dem zweiten Kind wichtig.

Zur Partnerschaft

Julia ist verheiratet. Vätermonate gab es zur Zeit der Geburt der Kinder noch nicht. Beim ersten Kind hat der Vater sich beruflich verändert aus einem Job mit einem 14 bis 15 Stunden Tag in eine Anstellung mit weniger Reisetätigkeit, um mehr zu Hause sein zu können. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er sich genauso um die Kinder kümmert. Die „Arbeitsaufteilung“ als Eltern ist nötig, da beide Vollzeit arbeiten. Elternabende sind für beide ein Thema, auch wenn Julia mehr Termine wahrnimmt. Die Hilfe bei den Hausaufgaben wird nach dem „Spaß-Prinzip“ verteilt. Wenn ein Kind krank ist, sprechen beide ab, wer gerade besser zu Hause bleiben kann.

Die Arbeitgeber

Der erste Wiedereinstieg gestaltete sich nicht so einfach: „Weil ich Mutter war, habe ich Aufgaben bekommen, die ich früher selbst delegiert habe.“ Julia erlebt einen Rückschritt – weil männliche Führungskräfte dachten, sie könne das nicht. Der zweite Wiedereinstieg war einfacher, weil kurz vorher Projektarbeiten abgesprochen waren. Vor zehn Jahren war das eher ungewöhnlich, heute sind Projektaufgaben eher normal. Diese Projektzeit dauerte ein Jahr, dann erfolgte der nächste Umzug und es stand wieder Neues an. Wer sich jetzt wundert, wie das gehen kann – diese Frage habe ich auch gestellt. Julia war zu dieser Zeit bei einem großem Konzern beschäftigt, der an ihren jeweiligen Wohnorten eine Niederlassung hatte. Das bedeute zwar jeweils einen neuen Vorgesetzten und neue Aufgabenbereiche, doch auch immer wieder die Möglichkeit, weiterzuarbeiten. Der Konzern arbeitete mit Familienagenturen zusammen. Darüber konnten Tagesmütter gefunden werden. Hier weist sie im Interview darauf hin, dass das auch für Väter möglich ist, die bei großen Konzernen arbeiten!

Was hat ihr gut getan als Wiedereinsteigerin?

Julia genoss es, neben all den Babythemen den Kopf für andere Dinge wieder frei zu bekommen. Ihr ist es wichtig, das zu tun, was sie kann und wofür sie ausgebildet ist. Der Wiedereinstieg soll daran wieder anknüpfen können. Im Beruf kann sie wieder unter erwachsenen Menschen sein

Was hat sie vermisst?

Julia fehlte das Verständnis mancher Vorgesetzter für die Doppelgleisigkeit von Familie und Beruf. Arbeitende Eltern müssen pünktlich gehen, auch wenn sich z. B. Besprechungstermine verschieben. Viele Mütter in ihrem Umfeld hätten mit Unverständnis auf den frühen Wunsch des Wiedereinstiegs reagiert. Als die Kinder noch klein waren, hieß es häufig: „Genieße lieber deine Elternzeit, dem Kind tut das gut.“ Kam man abgehetzt zum Elternsprechtag, weil dieser bereits um 18 Uhr startete: „Ist doch klar, das ist zu viel.“ Dadurch hätten Eltern oft das Gefühl, niemandem gerecht zu werden. Man braucht ein dickes Fell für schräge Blicke oder blöde Bemerkungen – so ihre Erfahrung. Sie wünscht sich mehr Verständnis für berufstätige Eltern – ohne sich rechtfertigen zu müssen oder bewertet zu werden.

Was ist aus ihrer Sicht die größte Hürde für einen erfolgreichen Wiedereinstieg?

Die Akzeptanz von Gesellschaft und Unternehmen, dass Mütter nicht alles Berufliche vergessen, wenn ein Kind da ist! Mütter wollen arbeiten und wollen dies auch können. Bei ihr schloss der Ganztageskindergarten um 16:00 Uhr – das sind keine guten Rahmenbedingungen für arbeitende Eltern. Das hat sich heute zumindest in Teilen verbessert.

Was könnten Arbeitgeber noch mehr oder anders tun, damit der Wiedereinstieg leicht gelingt?

Vor dem Wiedereinstieg ist ein Gespräch mit dem Chef wichtig, um gegenseitige Erwartungshaltungen austauschen. Was kann, will und soll z. B. in Teilzeit geleistet werden? Was wird evtl. an Überstunden erwartet, was ist dabei zumutbar? Vielleicht ist ein Homeoffice passend? Das Ganze sollte in einer offenen Gesprächsatmosphäre stattfinden. Auf alle Fälle brauchen arbeitende Eltern einen längeren Planungshorizont. Eltern sollten aber bereits Vorschläge mitbringen – und immer wieder Kommunikation einfordern. Führungskräfte müssen für die Bedürfnisse von Familien sensibilisiert werden.

Julia erzählt, wie eine beruflich erfolgreiche Freundin ohne Kinder von zwei Abteilungsleitern mit Kindern gebeten wurde, Meetings um 17:00 Uhr enden zu lassen – beide wollten ihre Kinder abends noch sehen. Ihre Freundin hatte das nicht im Blick.

Was müsste „die Gesellschaft“ tun oder anders denken, damit der Wiedereinstieg für arbeitende Eltern gut gelingt?

Es braucht in Deutschland eine andere Geisteshaltung, wie z. B. in Holland oder Finnland. In den Niederlanden können beide Eltern in Teilzeit arbeiten, ohne einen Ansehensverlust oder Einschränkungen bei der Karriere. Hinderlich sind die lange Arbeitszeiten in Deutschland: 19:00 oder 20:00 Uhr sind eher die Regel als die Ausnahme. Das aber geht zu Lasten der Kinder. Mehr Verständnis sei zudem wichtig, da junge Familien eine Vielzahl von zusätzlichen zeit- und organisationsintensiven Tätigkeiten wahrnehmen, bis die Kinder selbständiger sind,. Damit beide Eltern berufstätig bleiben, müsste in der Öffentlichkeit mehr darüber berichtet werden, wie Elternsein und Arbeiten gelingt, statt dass der Fokus der Berichterstattung auf den Schwierigkeiten liegt.

Was müsste sich in ihrem persönlichen Umfeld verändern, damit sie und ihre Familie Beruf und Privates gut oder noch besser vereinbaren können?

Auch wenn es Unterstützung durch den Arbeitgeber gab, ist die Betreuung nach wie vor ein Thema, weil eben alles selbst organisiert werden muss. Die Aufnahme von Au-pairs war eine gute Entscheidung für einige Jahre, da musste nicht jeder Tag neu organisiert werden. Was fehlt, sind Institutionen z. B. in der Kommune, die für Betreuungsfragen zuständig sind und die Serviceangebote unterschiedlichster Art, privat und öffentlich, bündeln. Für die Familie von Julia ist die Betreuungsfrage wichtig, da durch die Umzüge eher weniger Freunde vor Ort sind und die Großeltern weiter weg wohnen und so im Alltag nicht verfügbar sind. Ein besserer Zugang zu Betreuungsangeboten macht einen Jobwechsel und den Wiedereinstieg leichter und Eltern sind dadurch flexibler. Das ermöglicht Müttern z. B. auch den Weg in die Selbstständigkeit.

Was ist der beste Tipp für andere Wiedereinsteiger?

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben! Daher sollen Eltern mit Vertrauen an alles herangehen und sich gut vorbereiten, aber nicht zu Tode planen – das geht mit Kindern sowieso nicht. Eltern sollten um Hilfe fragen und im Job auch mal „Nein“ sagen können. Aufgaben sollten auch abgegeben werden. Manche Termine muss man absagen, man kann und muss nicht alles machen.

Julia hat die Erfahrung gemacht, dass kleine Kinder sehr zufrieden mit guter und qualifizierter Betreuung sind – das ist auch gut zu bekommen. Wenn Kinder größer werden, sind andere Strukturen nötig. Eltern sollten daher früh wieder einsteigen. Man ist dann fester im Job und kann die die Bedürfnisse der größeren Kinder besser verhandeln. Der Arbeitgeber und auch die Kinder konnten bis dahin die Erfahrungen machen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie klappt. So ist die Verhandlungsposition besser.

Julia rät Eltern, auch Zutrauen in andere Erwachsene zu haben, mit ihrem Baby oder Kleinkind gut umgehen zu können. Sie hat mit ihrem ersten Kind erleben können, dass dieses von ihrem frühen Wiedereinstieg profitierte, da es ab dem Alter von neun Monaten zu einer Tagesmutter mit zwei älteren eigenen Kindern ging und dort viel mit seinen großen „Gastgeschwistern“ spielen und von ihnen lernen konnte.

Wenn Sie Ihren Wiedereinstieg mit einem Satz beschreiben würden, wie wäre dieser?

Kinder sind Erfüllung, Arbeiten auch – Eltern sollen es einfach wagen und dafür den evtl. Perfektionsmuszwang zügeln.

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Wiedereinstieg nach dem Mutterschutz in Vollzeit – ein Tabu?

Mir begegnen in den letzten Monaten Mütter, die Vollzeit nach dem Mutterschutz wieder arbeiten. Oft sind es Akademikerinnen, die gerade auf dem Karrierepfad sind. Die Betreuung ist gut geregelt, meist ist der Vater eingebunden. Ist das ein von Gesellschaft und Unternehmen gewünschter Wiedereinstieg?

Würde ich diesen Artikel über Väter schreiben, gäbe es nicht viel zu schreiben. Für Väter ist es bisher normal und geübte Praxis, dass sie kurze Zeit nach der Geburt des Kindes wieder arbeiten gehen. Die Väter werden nicht schräg angeschaut, wenn sie bald wieder „an Bord sind“.

Bei den Müttern scheint das anders zu sein. Eine Mutter ist mir begegnet, die nach dem Wiedereinstieg weniger interessante Projekte bekam, weniger Dienstreisen unternehmen sollte. Sie musste sich Fragen gefallen lassen, wie ihr Job (sie war Juristin) mit einem so kleinen Kind denn gehen könne. Auch die Frage nach dem Stillen oder der wichtigen Mutter-Kind-Beziehung in den ersten Monaten waren dabei.

Oft erlebe ich bei diesen Müttern schon fast einen „Rechtfertigungszwang“. Das Kind sei gut aufgehoben, es fühle sich wohl und entwickle sich normal. Bei diesen Müttern scheint es ein latent schlechtes Gewissen zu geben. Wie viel Karriere dürfe „frau“ machen?

In einem Austausch mit einer Personalentwicklerin höre ich, der beste Weg für Mütter sei nach einer Elternzeit von einem Jahr Teilzeit zu arbeiten. Das seider Königsweg.

Ich kann das nur schwer hören. Es gibt keinen Königsweg – jede Familie entscheidet über ihren Königsweg. Und dazu gehört auch, dass Mütter Vollzeit nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehen!

Das musste einfach geschrieben werden. Ich freue mich auf viele Kommentare zu diesem wohl tief verwurzelten Tabu!

Arbeiten als Mutter und Karriere machen?

Einiges ist in Bewegung geraten – doch Vorurteile und gesellschaftliche Meinungen sind wohl langsamer in der Veränderung. Mir begegnen Mütter, die Karriere machen wollen und Kinder erziehen wollen – gemeinsam mit dem Partner. Bei meinen Kunden ist die Botschaft „Frauenförderung“ bzw. „Frauenquote“ angekommen. In einem Konzern wurde auf Vorstandsebene ein Netzwerk initiiert für Frauen mit Karrierechancen.

Doch was bedeutet Karriere für Mütter? In Gesprächen höre ich, dass Karriere nur Vollzeit funktioniert. Und einige Mütter realisieren das. Sie kommen nach dem Mutterschutz wieder, steigen bald wieder ein. Was passiert diesen Frauen? Teilweise sind sie in ihrem Umfeld Fragen ausgesetzt, die kein Vater hören muss. Wie sie so schnell wieder arbeiten könne, das Kind sei doch noch so klein? Wie denn die Betreuung geregelt sei, wenn sie schon wieder arbeite? Und die Mütter machen sich selbst Gedanken, teilweise aufgrund der Fragen von außen, teilweise aufgrund verinnerlichter Familien- und Mütter-Vorbilder. Gedanken, die den Wiedereinstieg oft nicht leicht machen. Gedanken, die schlechte Gefühle verursachen. Ich sage: Stopp! Wenn die Eltern ein für sich stimmiges Modell gefunden haben, ist es „wurscht“, was das Umfeld davon hält. Wenn das Kind wächst und gedeiht, ist es „wurscht“, was das Umfeld von der frühen „Fremdbetreuung“ hält. Eltern sollten selbstbewusst auftreten und für andere ihre Geschichte erzählen.

Es scheint jedoch schwer zu sein, das eigene Modell zu finden. Es scheint schwer zu sein, sich frei zu machen von gesellschaftlichen Leitbildern und Normen. Daher braucht es aus meiner Sicht viel mehr Vorbilder und Berichte über Familien, die es „anders“ machen als der Mainstream. Und dazu möchte ich beitragen. Deshalb finden Sie hier ein Interview mit Kerstin Battiany, Senior HR Business Partnerin bei Airbus:

http://atkearney361grad.de/debatte/kerstin-battiany-mutterschaft-darf-kein-show-stopper-sein/

Führung in Teilzeit – das müsste geregelt sein

So ganz langsam bewegt sich etwas, wenn auch eher bei den großen Unternehmen – wenn man den Berichten in Zeitungen etc. Glauben schenken möchte. Z. B. in Berlin: Dort stieg die Teilzeitquote in 2008 von 24  % auf 28 % in 2012. Auch wenn die meisten Teilzeitbeschäftigen Frauen sind, berichtet die IHK von einem Anstieg von 2005 32 % auf 37 % heute. Und noch einmal Zahlen: Bei der BASF Services Europe, Berlin, arbeiten 1.100 Mitarbeiter, 93 davon in Teilzeit. 22 % dieser Teilzeitmitarbeitenden sind in einer Führungsposition. (gefunden in http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/teilzeit-arbeiten-vom-buero-auf-den-spielplatz/9487152.html, 17.02.2014)

Was braucht es, damit Führung in Teilzeit gelingt?

Zu beachten ist, ob die Führungsaufgabe auf zwei Personen verteilt wird (Jobsharing) oder ob eine Person alleine in Teilzeit die Führungsaufgabe hat.

Beiden Modellen gemeinsam ist, dass es gute Mitarbeiter braucht, die innerhalb der gesteckten Rahmenbedingungen eigenständig und mit Eigeninitiative arbeiten.

Wenn Führung in Teilzeit auf einem Jobsharing basiert, dann ist folgendes wichtig:

  • eine zeitliche Überschneidung der beiden Teilzeitkräfte, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten und Absprachen treffen zu können
  • klare Reglungen, wer wann arbeitet und (falls aufgeteilt) wer für welche Themen zuständig ist
  • eine Erreichbarkeit untereinander und ggf. auch für das Umfeld
  • Terminkalender, die für alle Mitarbeitenden zugänglich sind
  • ausreichende Dokumentation von Prozessen und Wissen, damit die jeweils Andere nachlesen kann
  • ein abgestimmtes Verständnis zum Führungsstil
  • einen Vorgesetzten, der dem Modell neutral bis positiv gegenüber steht
  • ein Umfeld, das dem Modell neutral bis positiv gegenüber steht

Wer alleinig in Teilzeit führt, für den ist dies wichtig:

  • Erreichbarkeit für Dringliches auch außerhalb der Arbeitszeiten – wenn dies in Maßen genutzt wird
  • Terminkalender, der für die Mitarbeitenden einsehbar ist
  • eine Assistenz oder Sekretärin, die zu den Nicht-Arbeitszeiten des Vorgesetzten sichtet, klärt und „Chefentlastung“ betreibt
  • eine passende Menge an Verantwortung: ein Vollzeitjob kann nicht in Teilzeit erledigt werden!

Wer sich auf dieses vermeintliche Abenteuer einlässt, kann nur gewinnen! Das gilt für die Unternehmen und die Wiedereinsteiger.

Teilzeitführung – geht das?

Ein erfolgreicher Wiedereinstieg soll nicht nur für Mitarbeitende gelingen, sondern auch für Führungskräfte. Doch wie sieht die Welt dort aus? Wenn der Wiedereinstieg mit Teilzeit geplant ist, stellt sich die Gretchen-Frage, ob Führung in Teilzeit gelingen kann. Ist das ein Paradigma?

Bei einem meiner Kunden erlebe ich gerade ein sehr spannendes Projekt. Eine erfahrene Führungskraft (bisher Vollzeit) und eine Wiedereinsteigerin (vorher Vollzeit) machen Jobsharing als Führungskräfte. Das Ganze wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Was ich bisher gehört habe ist:

  • In der Startphase arbeiten beide Frauen 80 %. Die neue (Wiedereinsteigerin) wird von der bisherigen (alleinigen) Führungskraft in alle Themen mitgenommen, eingewiesen, eingearbeitet. Diese Phase dauert sechs Monate.
  • In einer Zwischenphase macht die bisherige Vorgesetzte ein Sabatical von drei Monaten. Die Wiedereinsteigerin arbeitet in dieser Zeit 80 %.
  • Wenn das  Sabatical beendet ist, arbeiten beide 60 %.

Das bedeutet für den Arbeitgeber „höhere Kosten“, da eine Stelle mit 160 % am Anfang zu finanzieren ist und in der Endphase dann mit 120 % zu Buche schlägt. Doch es scheint für dieses Unternehmen einen Mehrwert zu geben. Aus meiner Sicht ist das:

  • höhere Attraktivität für weibliche Bewerber
  • Wiedereinstieg in Führungspositionen leichter machen
  • Work-Life-Management für die Lebensphasen nach 40 vielfältiger machen
  • Wissensmanagement in Führungsebenen optimieren
  • Nachfolgemodelle für Führungskräfte erweitern
  • Ressourcen im Fachkräftemangel nutzen

Ich werde in diesem Blog berichten, wie es mit diesem Versuch weiter gegangen ist.

Zeitarbeit als Einstieg nach der Elternzeit!

Mancher Wiedereinstieg ist nach der Elternzeit nicht beim gleichen Arbeitgeber, sondern ist ein „kompletter“ Wiedereinstieg bei einem neuen Arbeitgeber. Die Gründe dafür sind vielfältig: es gibt keinen passende Stelle beim bisherigen Arbeitgeber, die Elternzeit soll länger dauern als das gesetzlich möglich ist, die Familienphase bedingte einen Umzug und anderes mehr.

Arbeitende Eltern sind in solchen Situationen noch mehr gefordert. Denn es gilt, ja nicht nur einen neuen Arbeitgeber zu finden, sondern oft auch einen Arbeitgeber zu finden, der Teilzeitangebote macht.

Letzte Woche erreichte mich eine Pressemeldung. Der Redakteur hatte meinen Blog beim Recherchieren gefunden und mir freundlicherweise sein Ergebnis überlassen. Wiedereinsteiger können sich über ein Zeitarbeitsunternehmen den Weg zurück in den Beruf leichter machen! Die Pressemitteilung berichtet von einem Fallbeispiel dazu:

Zeitarbeit bringt Mütter zurück in den Job

Tempo-Team vermittelt Frauen mit Kindern in spannende Positionen

Blumen auf dem Tisch, Frühstück ans Bett, selbstgebackener Kuchen zum Kaffee – am Muttertag zeigen Kinder, wie toll sie ihre Mama finden. Kinder zu haben macht Freude. Irgendwann wollen die Mütter aber wieder einen spannenden Job, suchen Erfüllung auch außerhalb der Familie. Für sie kann Zeitarbeit ein Sprungbrett zurück ins Berufsleben sein.

Offenbach, 7. Mai 2014 — Bei weitem nicht alle jungen Frauen kehren schon nach einem Jahr Babypause wieder auf ihren alten Arbeitsplatz zurück. Viele bleiben deutlich länger zu Hause. Wenn sie dann ins Berufsleben zurückkehren wollen, stoßen sie auf Schwierigkeiten. Viele der ausgeschriebenen Stellen scheinen nicht zu ihnen zu passen. „In unseren Niederlassungen fragen täglich Mütter auf Stellensuche an, die Kinder in der Krippe oder im Kindergarten haben und darum nicht so flexibel einsetzbar sind“, berichtet Uwe Beyer, Geschäftsführer des Personaldienstleisters Tempo-Team Deutschland. „Deshalb zieht sich ihre Jobsuche oft deutlich länger hin. Und je länger die Arbeitspause ausfällt, umso schwieriger wird es, überhaupt wieder einen Job zu finden.“ Die Statistik bestätigt seine Erfahrungen: Laut Volkszählung 2010 gehen 40 Prozent der Mütter, deren jüngstes Kind zwischen drei und sechs Jahre alt ist, nicht arbeiten. Doch da kann die Zeitarbeit helfen, sagt Uwe Beyer: „Mit uns kommen Mütter deutlich schneller wieder in ein Arbeitsverhältnis, als wenn sie sich auf eine feste Stelle bewerben würden.“

Außerdem bietet Zeitarbeit den Frauen größere Flexibilität. Sie können ausprobieren, welche Arbeitsumstände am besten zum Leben einer jungen Familie passen. Bei Tempo-Team bemühen sich Personaldisponenten darum, Arbeitnehmer und Unternehmen zusammenzubringen, die zueinander passen. Und sie kümmern sich auch intensiv darum, die Wünsche von Müttern etwa bei den Arbeitszeiten zu berücksichtigen. „Natürlich muss der Betrieb, an den wir die Frauen vermitteln, dabei mitspielen“, erklärt Uwe Beyer, „aber klar ist: Wir versuchen immer und für jede Bewerberin zu berücksichtigen, wie viel sie wann arbeiten kann, selbst wenn es nur 20 Stunden pro Woche sind.“

Mit Zeitarbeit durch die Bewerbungsphase

Gut funktioniert hat der Wiedereinstieg ins Berufsleben durch Zeitarbeit für Nathalie Ramlow aus Wiesbaden. Die gelernte landwirtschaftlich-technische Assistentin kehrte im November 2013 ins Berufsleben zurück – ein gutes Jahr nach der Geburt ihrer Tochter. Während der Babypause hatte die 28-Jährige keine passende Stelle gefunden, die ihre Anforderungen erfüllte: Der Job sollte ihr die Flexibilität für die Erziehung ihrer kleinen Tochter geben und interessant sein. Tempo-Team vermittelte sie innerhalb von nur zwei Wochen an einen renommierten Lebensmittelproduzenten. Ihre Personaldisponentin in der Niederlassung Frankfurt Finance & Office erreichte in Abstimmung mit dem Betrieb, in dem Nathalie Ramlow eingesetzt wurde, dass die Laborassistentin ihre Arbeitszeiten immer mit den Schichtzeiten ihres Mannes abgleichen konnte. So hatten die Eltern so viel Zeit wie möglich, um selbst auf ihre Tochter aufzupassen. Ihr Wunsch nach einer Festanstellung hat sich für die Laborassistentin inzwischen ebenfalls erfüllt: Sie hat Mitte April eine feste Stelle in einem Labor für Lebensmittelchemie angetreten, auch dank ihrer guten Referenz. „Für mich war der Weg genau richtig, mit Zeitarbeit ins Berufsleben zurückzukehren. So konnte ich mir in Ruhe einen Job suchen, der gut zu mir passt.“

Weitere Informationen: www. tempo-team.com

Short Fact

Lange Auszeit: 40 Prozent der Mütter, deren jüngstes Kind zwischen drei und sechs Jahre alt ist, gehen nicht arbeiten.

Quelle und weitere Daten: „Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Ergebnisse des Mikrozensus 2010.“

Rush-Hour des Lebens – was Unternehmer dafür tun können

Ich habe einen spannenden Beitrag auf der Seite von A.T. Kearney 361° gefunden:

http://www.atkearney361grad.de/unternehmen-rush-hour-des-lebens-erleichterung/

Zitat: „Der Sozial- und Arbeitspsychologe Harald Lothaller sieht Unternehmen in der Pflicht, sich um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu bemühen. Angesichts des Fachkräftmangels würde dies zunehmend ein ausschlaggebender Faktor im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter.“

Harald Lothaller beschäftigt sich in diesem Beitrag mit der Lebensphase von Mitte Zwanzig bis Ende Dreißig. In dieser Zeit wirken auf den Mitarbeiter unterschiedliche Lebensbereiche ein. Der Beruf und das Vorankommen bzw. die klassische „Karriere“ sowie die Fragen von Familiengründung. Entscheidungen, die hier getroffen werden, machen sich sofort im anderen Bereich bemerkbar.

Der Autor skzizziert die Herausforderungen dieser Rush-Hour des Lebens in einem Modell und zeigt dann auf, welche Bewältigungsstrategien heute schon vorhanden sind – wen auch nicht für alle Mitarbeiter bei jedem Arbeitgeber und an jedem Wohnort nutzbar:

– Berufsarbeitszeitsregelungen
– Familienfreundliches Arbeitsklima
– Angebote bzw. Einrichtungen für Eltern und Kinder im Arbeitsumfeld
– Berufsarbeitsgestaltung
– Weiterbildungsangebote

Der Beitrag ist gut recherchiert und lesenswert!