Schlagwort-Archive: Betreuungsgeld

Ende des Betreuungsgeldes? Den Wiedereinstieg planen!

Ohne zu kommentieren, ob das Betreuungsgeld sinnvoll ist oder nicht, wird die Entscheidung des Bundesgerichtshofes für einige Familien den Wiedereinstieg nötig machen. Was ist dabei zu beachten?

  1. Kein schlechtes Gewissen!
    Viele Studien belegen, dass es Kindern auch gut tut und sie sich positiv entwickeln, wenn sie neben einer stabilen Familie in einer Einrichtung oder bei Tageseltern oder anderen Personen betreut werden.
  2. Wer steigt wie wieder ein?
    Klären Sie in Ihrer Partnerschaft, welche Zeitmodelle für Sie beide passen. Wer möchte wie viel arbeiten? Wer möchte den Nachwuchs wie betreuen? Hier möchte ich den Vätern Mut machen. Einige Studien in den letzten Monaten zeigen deutlich, dass Väter von Elternzeit bzw. Teilzeit für die Kinderbetreuung profitieren.
  3. Wie wird die Betreuung geregelt sein?
    Neben einer geregelten Betreuung durch Krippe, Kita oder Tageseltern kommen hier oft auch Eltern oder Schwiegereltern ins Spiel. Auch Aupair oder Kinderfrauen sind in einigen Familien „dran“. Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden – oder entscheiden müssen: Stehen Sie dazu. Ihr Kind kann von diesem Standing sich die eigene Sicherheit abholen.
    Denken Sie bei der Planung der Betreuung auch an „unplanbare“ Situationen. Eltern oder Schwiegereltern sind vielleicht nicht die normale Betreuung – können aber aushelfen, wenn der eigene Terminplan mit dem des Nachwuchses oder der Betreuung nicht zusammenpasst. Auch Freunde, die die Kinder in der gleichen Betreuung haben oder die ehemalige Tagesmutter kann ein gutes „zweites Netz“ sein.
  4. Was will ich arbeiten?
    Ein Ausstieg, um sich um die Familie zu kümmern und das Erziehen von Kindern verändert bei einigen Wiedereinsteigern die berufliche Perspektive. Prüfen Sie bei sich: Was wird mir Freude machen? Ist mein bisheriger Job noch passend für mich? Oder hat sich durch die „Auszeit“ der berufliche Fokus verändert? Ein Wiedereinstieg ist eine gute Chance, die Weichen neu zu stellen.
  5. Wo will ich arbeiten?
    Die Zäsur durch Mutterschutz und Elternzeit stellen auch so manchen Arbeitgeber in ein anderes Licht. Ist das noch die Firma, wo Sie arbeiten wollen? Sind dort Ihre Wünsche zur Arbeitszeit zu verwirklichen? Passt die Unternehmenskultur zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Ein Wiedereinstieg ist auch eine gute Chance, sich neu auf den Weg zu machen und wo anderes wieder anzufangen.
  6. Aktivieren Sie Ihre Netzwerke!
    Wenn Sie sich verändern wollen und außerhalb der gesetzlichen Regelungen (Teilzeit in Elternzeit, Rückkehr nach der Elternzeit) einen Arbeitsplatz finden wollen, tun Sie das kund. Hören Sie sich in Ihrem Umfeld um. Wer arbeitet wo – und wie ist es dort? Wer kennt wen? Wo wird gerade was gesucht?
  7. Zeitarbeit kann ein guter Einstieg sein!
    Nicht immer hat diese Branche ein gutes Image. Doch neben wahrscheinlich wenigen schwarzen Schafen gibt es viele gute Unternehmen, die auch und gerade Wiedereinsteigern eine gute Plattform bieten. Schauen Sie, welche Zeitarbeitsfirmen in Ihrem Umfeld sind. Schauen Sie sich deren Internet- oder Social-Media-Auftritte an. Machen Sie einen unverbindlichen Termin und stellen Sie sich vor.
    Ein Teil meiner mittelständischen Kunden sucht gar nicht mehr selbst per Anzeige nach neuen Mitarbeitern, sondern beschäftigt Zeitarbeitskräfte. Wenn Mitarbeiter und Unternehmen passen, wird oft eine Anstellung angeboten
  8. Überstürzen Sie nichts!
    Wenn ich die Pressemeldungen richtig verstanden habe, wird das Betreuungsgeld nicht sofort ausgesetzt. Nutzen Sie die Zeit, um gute Entscheidungen zu treffen.

Allen, die nun „fremdbestimmt“ sich auf den Weg machen, wünsche ich viel Erfolg und gutes Gelingen!