Schlagwort-Archive: Familie

Vereinbarkeitsfallen umgehen

Als Beraterin von LOB kann ich mich inhaltlich einbringen. Dieses Mal ging es um Fallen für berufstätige Eltern:

  • Perfektionismus-Falle
  • Es-allen-recht-mach-Falle
  • Ich-bin-doch-Eltern-Falle
  • Perfekte-Eltern-Falle

Wer die Erklärung und die Tipps dazu lesen möchte: Hier ist der Link http://www.lob-magazin.de/magazin/ich/1003-vereinbarkeitsfallen-umgehen.html

Viel Erfolg als berufstätige Eltern und beim kreativem Umgang mit den Anforderungen!

Advertisements

Den Wiedereinstieg gut planen

Damit der Wiedereinstieg gut gelingt, ist eine frühe Planung wichtig. In der Schwangerschaft sind arbeitsrechtlich erst einmal andere Themen „dran“. Nach der Geburt muss dann zwar die Dauer der Elternzeit festgelegt werden. Das sagt aber noch nichts über den Wiedereinstieg aus. Denn es kann ja auch in der Elternzeit Teilzeit gearbeitet werden – und das ist dann schon der Wiedereinstieg. Teilzeit in der Elternzeit ist gesetzlich geregelt und sieht einen Beschäftigungsumfang von mindestens 15 und maximal 30 Stunden pro Woche vor.

Cornelia Spachtholz, Vorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter (VBM e. V.) rät „so früh wie möglich und so spät wie nötig“ mit der Berufstätigkeit wieder zu starten (gefunden in working@office, Juli 2014). Das sind nach ihrer Ansicht wichtige Faktoren für den Zeitpunkt des Wiedereinstiegs:

  • Gesundheitszustand und Befindlichkeit von Mutter und Kind
  • Partnerschaft
  • Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz
  • finanzielle Möglichkeiten
  • Kinderbetreuung
  • das persönliche Umfeld u. a. zum Einspringen bei der Kinderbetreuung

Für die eigene Altersversorgung und auch für die Aufstiegschancen ist es wichtig, nicht zu lange in der Elternzeit zu bleiben. Ein Mini-Job oder eine geringe Teilzeitbeschäftigung kann den Wiedereinstieg leicht machen. Je nach den beruflichen Wünschen des arbeitenden Elternteils sollten diese Arbeitsformen nicht zu lange dauern.

Wenn es erste Ideen für den Wiedereinstieg gibt, sollte der oder die Vorgesetzte bald eingebunden werden. Das kann auch schon vor der Geburt sein! Auch wenn ein Kind die wohl größte emotionale Veränderung ist und sich am Anfang alles um den neuen Erdenbürger dreht, vermissen nach einiger Zeit doch einige die beruflichen Möglichkeiten.

Für die Beratung des Wiedereinstiegs in der Familie gibt es bis 31.08.2014 Fördergelder z. B. für ein Familiencoaching. Das ist der Link zur Seite des Europäischen Sozialfonds:

http://www.esf.de/portal/generator/18050/2012__03__12__perspektive__wiedereinstieg__gesamt.html

Die Regiestelle des Programms ist hier zu erreichen: wiedereinstieg@esf-regiestelle.eu

Viel Erfolg bei der Planung des Wiedereinstiegs!

Glaubenssätze zum Wiedereinstieg bei Unternehmen

Arbeitende Eltern – sind Sie bei Personalern und Unternehmern beliebt? Oder machen sie viel Arbeit, fallen oft aus und sind weniger produktiv? Arbeitgeber befürchten, dass arbeitende Eltern weniger engagiert sind oder bald mit einem weiteren Kind wieder „ausfallen“. Auch die Frage, wie aktuell das Wissen der Rückkehrer ist, scheint ein Thema zu sein. (gefunden u. a. in einer Studie von Regus, Luxemburg, unter 10.000 leitenden Angestellten in 78 Ländern zur Chancengleichheit im Berufsleben 2010 / 2011, zitiert in impulse vom 1. Oktober 2013)

Was bringen arbeitende Eltern mit (also Menschen, die arbeiten und erziehen)?

  • positiv-intuitives Herangehen
    Arbeitende Eltern leben mit Kindern in einem Haushalt. Und nichts ist positiver bzw. intuitiver als Kinder! Diese Erfahrung ist dann auch im Job nutzbar.
  • Offenheit und Neugier
    Das sind die besten Voraussetzungen, um schnell wieder in den Arbeitsinhalten anzukommen. Gehirnforscher wissen, dass neugierige Menschen eine größere Gehirnmasse besitzen! Wie ist das mit Eltern? Wie viele Warum-Fragen beantworten Eltern? Bücher vorlesen, Museen besuchen, die Unterhaltungen am Esstisch – das sind alles Quellen und Plätze für Offenheit und Neugier. Und diese Haltung bringen arbeitende Eltern mit.
  • Trial-and-Error-Erfahrung
    Eltern kennen sowohl bei sich als auch bei ihren Kindern das  „Scheitern“. Das gehört zu vielen Lern- und Entwicklungsprozessen dazu.  Arbeitende Eltern sind Lernbegleiter und Motivatoren für ihre Kinder. Die „Frustrationstoleranz“ im Umgang mit  Scheitern bei sich und bei den Kindern bringen arbeitende Eltern mit – und sind nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen.
  • Networking-Fähigkeiten
    Vernetzt sein in- und außerhalb des Unternehmens ist in Zeiten von schnellem und stetigem Wandel eine wichtige Grundlage für beruflichen Erfolg. Und wie ist das bei Eltern? Arbeitende Eltern benötigen Netzwerke, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gestalten zu können. Die Clique vom Spielplatz, das Kita-Mütter-Netzwerk für kurzfristige Überstunden, die Sport-Mütter und Väter sind funktionierende Netzwerke, die Eltern pflegen und nutzen. Netzwerk-Ratgeber brauchen Eltern nicht – sie wissen um die Do’s und Dont’s für erfolgreiches Networking.
  • Multitasking
    Viele Aufgaben und Zuständigkeiten, viele Unterbrechungen und einige Todos gleichzeitig bei immer höherer Geschwindigkeit ist an vielen Arbeitsplätzen normal. Und was ist der Erfahrungshorizont von Eltern? Essen zubereiten, dabei nach den Hausaufgaben des einen schauen und mit einem Ohr hören, ob die andere nicht zu ruhig ist (und damit Gefahr im Verzug wäre) ist Alltag für arbeitende Eltern. Mit dieser Fähigkeit und guten Training darin kommen Wiedereinsteiger in den Job zurück! Auch die Frage, was volle Aufmerksamkeit braucht und was im Multitasking-Modus erledigt werden kann, ist geübt und abrufbar.

Eine Studie der Universität Heidelberg (gefunden in ATKearney 361° vom 10. Juni 2014)  belegt:

  • Gut ausgebildete Mütter sind besonders effizient und bringen ein hohes Pflichtbewusstsein mit. Sie beschränken die Pausen auf ein Minimum.
  • Wenn der Wiedereinstieg gut gelungen ist, sind arbeitende Eltern die loyalsten Mitarbeiter.
  • „Familienfreundlich“ ist für junge, gut ausgebildete Mitarbeiter ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers.
  • Projektarbeit ist ein guter Weg für den Wiedereinstieg

Damit müssten die meisten Glaubenssätze widerlegt sein – oder? Welche Glaubenssätze erleben Sie beim Wiedereinstieg als Wiedereinsteiger oder als Vorgesetzter bzw. Unternehmer? Und wie begegnen Sie ihnen?

Neue Plattform für Unternehmen und Mütter

Gerade konstituiert sich eine neue Community, die Mütter und Unternehmen vernetzen will und für beide Seiten Nutzen stiften will. Die Webseite findet sich unter http://www.mutterschafft.de (Achtung: zwei ff!). Die neue Job- und Serviceplattform unterstützt Frauen mit Kindern, die sich beruflich verändern wollen oder nach einer Zeit mit anderen Prioritäten wieder einsteigen wollen. Es finden sich Bewerbungstipps, Rechtliches, Coaching-Angebote sowie individuelle Beratung. In einzelnen Regionen (z. B. Hamburg und Frankfurt) betreuen Regionalmanager Jobsuchende und Unternehmen.

Die PR-Arbeit beherrschen die Gründerinnen, am 10. März gab es eine Berichterstattung in RTL „Guten Morgen Deutschland“!

Studie zur Betreuung in Krippen

In diesem Artikel in spektrum werden Ergebnisse von Studien  vorgestellt, die sich mit der Situation von Kindern in Krippen befassen. Auf der einen Seite können die Studienergebnisse negativ interpretiert werden. Auf der anderen Seite wird aber auch dargestellt, welche Faktoren für eine gute Eingewöhnung ausschlaggebend sind. Lesenswert!

http://www.spektrum.de/alias/kleinkindbetreuung/immer-stress-mit-der-krippe/1190475

Kinder finden Berufstätigkeit in Ordnung!

Das Kinderhilfswerk World Vision Deutschland befragte für die 2. Kinderstudie 2010 über 2.500 Sechs- bis Elfjährige und deren Eltern. In 51 Prozent der Familien (auch Alleinerziehende) arbeiten beide Elternteile (bzw. das eine Elternteil). Die Kinder sind mit der Berufstätigkeit ihrer Eltern einverstanden. Die allermeisten Kinder sind mit der Zeit, die ihre Eltern für sie haben zufrieden. Bei Familien mit Arbeitslosigkeit wird dies von vielen Kindern anders erlebt. Die  Sicherheit der Zuwendung bzw. die Zuverlässigkeit dieser ist den Kindern wichtig. Die  Befragung zeigt deutlich, dass den Kindern das Risiko von Arbeitslosigkeit und Armut bewusst ist – und sie es daher schätzen, wenn das Familieneinkommen nicht ausschließlich an einem Elternteil hängt. Wer mehr lesen möchte, findet hier ein Thesenpapier von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Hertie School of Governance, Berlin:

http://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de/fileadmin/user_upload/lbff/Presse/Pressemappe_Buko/Hurrelmann_Thesenpapier.pdf

Familienfreundliche Maßnahmen rechnen sich!

Die Studie ist nicht mehr ganz jung, doch immer noch gültig. Die Prognos AG hat 2003 Daten von 10 Unternehmen erfasst und in einer Modellrechnung dargestellt. Diese Modellrechnung ergab einen ROI von 25 Prozent! Das Modell-Unternehmen „Familien Gmbh“ hat bei Kosten von 300.000 EUR Kosteneinsparungen von 375.000 EUR erzielt. Einsparpotenziale gab es bei

– Wiederbeschaffungskosten
– Wiedereingliederungskosten
– Überbrückungskosten
– Kosten für Fehlzeiten

Die beteiligten Unternehmen hatten diese familienfreundlichen Maßnahmen realisiert:

– Beratungsangebote für Eltern, Kontakthalte- und Wiedereinstiegsprogramme
– Teilzeitangebote, Arbeitszeitflexibilität und -souveränität für Eltern
– Telearbeit für Beschäftigte in Elternzeit
– Betriebliche bzw. betrieblich unterstützte Kinderbetreuung
– Berieb oder Unterstützung einer regulären Kinderbetreuung

Das sind Zahlen, die es betriebswirtschaftlichen Betrachtungen leicht machen, den Wiedereinstieg zu unterstützen!