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Vereinbarkeit und Wiedereinstieg auf der Zukunft Personal!

Letzte Woche fand die Zukunft Personal in Köln statt. Die Messe ist Europas größte Fachmesse für Personalmanagement. Wohltuend fand ich, dass „mein“ Thema Wiedereinstieg bei den Ausstellern vertreten war. Zu finden waren Unternehmen, die Betriebskindergärten einrichten oder betreiben und Anbieter von Dienstleistungen rund um das Thema Betreuung und Vereinbarkeit. Diese Firmen sind mir dabei „über den Weg gelaufen“:

  • Ein Betreuerportal, wo Betreuungskräfte oder Alltagshelfer von den Mitarbeitenden eigenständig gesucht werden können, auch in ländlichen Regionen. Der Arbeitgeber kauft eine Firmenlizenz für das Portal, die Mitarbeiter nutzen dieses:
    Care.com Europe GmbH, Berlin, http://www.workplacesolutions.de.care.com
  • Konzept-e, die Spezialisten für Bildung und Betreuung. Dieses Unternehmen berät Unternehmen und soziale Einrichtungen und führt Kinderhäuser und Schulen. Seit mehr als 20 Jahren ist das Unternehmen aktiv und führt z. Z. 30 öffentliche oder betriebliche Kindergärten. Das sind die Kontaktdaten: Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH, Stuttgart, http://www.konzept-e.de
  • Und ein weiteres Unternehmen, das Betriebskindergärten plant, pädagogische Konzepte ausarbeitet, Personal auswählt und die Trägeschaft übernimmt, ist mir begegnet. Die Referenzen reichen von Universitäten, großen Konzernen wie der Deutschen Bahn, zu Familienunternehmen wie Vaillant oder kleinen Unternehmen. Damit sind sehr unterschiedliche Größen von Kitas realisiert. Überrascht hat mich der Ansatz, in Betriebskindergärten „Stadtteil“kinder mitaufzunehmen.

Die Frage, wie Arbeitgeber Familien beim Wiedereinstieg unterstützen, ist zumindest auf dieser Messe angekommen!

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„Glaubenssätze“ rund um den Wiedereinstieg

Auf der einen Seite sind für einen erfolgreichen Wiedereinstieg Rahmenbedingungen wichtig, die eher von den Unternehmen oder der Gesellschaft gestaltet werden. Auf der anderen Seite gelingt der Wiedereinstieg auch nur dann, wenn beim Wiedereinsteiger die Ampel auf „grün“ steht.

Bei meinem Arbeiten mit Wiedereinsteigern begegnen mir Bedenken und Sorgen. Als Therapeutin und Supervisorin weiß ich, dass man diese Ängste nicht „wegmachen“ kann. Ich weiß aber auch, dass solche Gedanken zu Realitäten werden können. Solche „Glaubenssätze“ beeinflussen unser Denken und Handeln und gestalten unser Erleben. Daher lohnt sich ein Blick darauf:

Mein Kind ist noch zu klein / zu jung / kann das noch nicht / …

Das ist eine der größeren Ängste, vor allem, wenn das Kind in die Krippe gehen soll. Je nach Lage auf dem Arbeitsmarkt werden diese Ängste auch geschürt (z. B. die Mutter ist die wichtigste Bezugsperson und ein zu früher Wiedereinstieg verringert die emotionale Stabilität). Heike Hölling, Studienleiterin (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey)  am Robert-Koch-Institut, sagt: „Wenn die Mütter nur zu Hause sind, haben ihre Kinder ein 3,1-fach erhöhtes Risiko, psychisch auffällig zu werden.“ (gefunden in psychologie heute, Juni 2011, S. 42)

Wie soll ich das alles schaffen / Das wird mir zu viel / es kommt so viel auf mich zu / …

Ja, es steht eine Veränderung an. Und – sie ist bewältigbar. Mit dieser Sorge lässt sich gut umgehen. Klären Sie mit ihrem Umfeld, wer welche Arbeiten übernehmen kann. Vielleicht nehmen Sie auch die Dienste eines Haushaltsservices in Anspruch. Welche Arbeiten werden nicht mehr gemacht? Auch wenn mit dem 1. Kind oft die „Retraditionalisierung“ in den Rollen Vater (Ernährer) und Mutter (Kümmerer rund um die Familie) stattfindet, dürfen Sie es gerne anders machen. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Umfeld Freiräume geben, Dinge anders zu erledigen als Sie selbst es tun würden. Nur so entsteht Entlastung.

Planen Sie von Anfang an auch Freiräume für sich selbst ein. Gewöhnen Sie sich gleich an, Freundschaften ohne Kinder zu pflegen und tun Sie etwas für Entspannung oder Erholung – regelmäßig im Alltag und nicht nur im Urlaub.

Mein Kind wird in der Schule schlechter sein / ich kann bei den Hausaufgaben nicht helfen / …

Auch das ist widerlegt! Una Röhr-Sendlmeier  und ihr Team fanden folgendes (gefunden in psychologie heute, Juni 2011, S. 40):

  • Am Gymnasium (Regelklassen 5 – 10) sind 75 % der Mütter berufstätig.
  • In den Begabtenklassen liegt die Quote bei 82 %.
  • Sind Mütter berufstätig, lernen Kinder motivierter, ihr schulisches Selbstkonzept und ihre Beufswahlreife ist besser entwickelt als die von Kindern von „Nur-Hausfrauen“.

Eine Detailauswertung der PISa-Studie (2010) zeigt dies (gefunden in psychologie heute, Juni 2011, S. 40):

  • Die Chance auf ein Gymnasium zu kommen ist 3,7 fach höher, wenn die Mütter arbeiten (Mecklenburg-Vorpommern).
Ich muss meinem Arbeitgeber dankbar sein, dass ich wieder arbeiten „darf“

Wenn Sie diesen Blog öfter lesen, haben Sie schon erfahren können, dass familienfreundliche Unternehmen betriebswirtschafliche Vorteile haben. Ein Unternehmen tut selten etwas, wenn es sich nicht auch einen Nutzen davon verspricht. Und gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie rechnen sich. Ein weiterer Aspekt ist, dass Wiedereinsteiger sozusagen eine „stille Reserve“ im Fachkräftemangel sind. Treten Sie entsprechend auf – Sie sind es wert!

Sicher gibt es noch mehr Ängste oder Sorgen. Prüfen Sie für sich, was Ihnen so im Kopf, im Herzen und im Bauch  „herum geht“. Nehmen Sie sich Zeit dafür und erstellen Sie eine Liste. Bewerten Sie die einzelnen Punkte mit 3 (groß), 2 (mittel) und 1 (klein). Recherchieren Sie Zahlen / Daten / Fakten zu den 3er-Punkten – oder kontaktieren Sie mich. So nehmen Sie Ihre Ängste ernst und setzen sich damit auseinander. Oft reicht das schon,  um durch die Schriftlichkeit, das Gewichten und das Recherchieren den Ängsten ihre Größe zu nehmen. Viel Erfolg damit!

 

Gelingender Wiedereinstieg: Sichtweise des LOB-Magazins

Vieles ist in der Zwischenzeit zum Thema „Erfolgreicher Wiedereinsteig“ lesbar. So auch in im aktuellen Newsletter des LOB-Magazins der Zeitschrift für berufstätige Väter und Mütter. Ich stimme mit dem Ansatz „Der Wiedereinstieg beginn mit dem Ausstieg“ voll und ganz überein. Wer nicht beim Ausstieg beginnt, den Wiedereinstieg zu planen, verpasst erste Weichenstellungen.

Auch die innere Haltung der Eltern (Aus welchen Gründen erfolgt der Wiedereinstieg?) ist wichtig. Wer mehr lesen will, findet den Beitrag hier:

http://www.lob-magazin.de/magazin/beruf/wiedereinstieg/200-so-gelingt-der-wiedereinstieg.html

Checkliste für die Tagesmutter-/-vater-Entscheidung

Eine Betreuung für das Kind zu finden ist die wesentliche Voraussetzung, um nach der Elternzeit wieder einsteigen zu können. Ein gutes Gefühl und die Sicherheit, dass das eigene Kind in der Betreuung gut aufgehoben ist, ist notwendig, um sich auf die Arbeit konzentrieren zu können. Neben Kindergärten oder Krippen gibt es auch Tagesmütter oder -väter, die sich um den eigenen Nachwuchs kümmern. Gerade für Einzelkinder kann das eine gute Erfahrung sein, vielleicht schon vor dem Kindergarten mit anderen Kindern zusammen zu sein. Bei LOB-Magazin (Zeitschrift für berufstätige Väter und Mütter) gibt es diese Checkliste:

http://www.lob-magazin.de/magazin/betreuung/tagesmutter-vater/6-checkliste-tagesmutter-vater.html

Neben den Themen wie Betreuungszeiten und Honorar finden sich auch Aspekte zum Umfeld (Beruf des Ehepartners, Erste-Hilfe-Kenntnisse, etc.).

Förderprogramm für betriebliche Kinderbetreuung

Mit dem Förderprogramm Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds setzt das Bundesfamilienministerium Anreize für Unternehmen, sich für die Betreuung der Kinder ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bei Hochschulen auch für die Kinder der Studierenden – zu engagieren. Beispiele zu geförderten Projekten und Informationen zu den Bedingungen finden Sie hier:

http://www.erfolgsfaktor-familie.de/default.asp?id=318

Umfrage zur Kinderbetreuung – mitmachen?

Das habe ich bei im Newsletter 2013/02 von lob – Zeitschrift für berufstätige Väter und Mütter gefunden:

Wer Familie und Beruf vereinbart, weiß wie wichtig eine qualifizierte Kinderbetreuung ist. Die Besser Betreut GmbH möchte in Zusammenarbeit mit LOB eine umfassende Momentaufnahme der Thematik festhalten und startet daher eine Umfrage.

Mitmachen lohnt sich. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten einen Rabatt von 15% auf ihren Einkauf im Online-Shop von Ernsting’s Family.
Der Rabatt ist nicht an einen Mindestbestellwert gebunden.

Das ist der Link zur Umfrage:

https://magazin.betreut.de/umfrage-wie-werden-ihre-kinder-betreut-949

Rechte zur Betreuung 1 bis 3jähriger

Auf der Webseite des Lob-Magazins veröffentlicht die D.A.S. Expertin Anne Kronzucker folgendes zum künftigen Anspruch auf einen Kita-Platz:

„Wann haben Eltern künftig Anspruch auf einen Kita-Platz für ihre Kinder?

  • Ab dem 1. August 2013 wird bundesweit ein neuer Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte oder Tagespflege eingeführt. Diesen Anspruch haben Kinder vom vollendeten ersten Lebensjahr bis zum vollendeten dritten Lebensjahr.
  • Vom vollendeten dritten Lebensjahr an bis zur Einschulung haben Kinder Anspruch auf einen Kita-Platz oder bei besonderem Bedarf auf Kindertagespflege.
  • Können die Gemeinden Eltern keinen Kinderbetreuungsplatz zur Verfügung stellen, können die Eltern Schadenersatz geltend machen – z.B. die Differenz zwischen der Kita-Gebühr und den Kosten für eine teure private Tagesbetreuung.
  • Die Einzelheiten des Kita-Anspruches werden durch die Bundesländer geregelt.“

gefunden bei: http://www.lob-magazin.de/magazin/kinder/betreuung/68-wohin-mit-meinem-kind.html