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Arbeitende Mütter – schon ein Normal“fall“?

Die verstärkte Einbindung von Mütter in das Berufsleben trägt zu einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) – so gefunden in Alex 3/2015. Dort wird auch eine Studie von Regus zitiert, an der 44.000 Berufstätige aus mehr als 100 Ländern teilgenommen haben:

  • 86 % in Deutschland (D), weltweit 83 %, sind davon überzeugt, dass flexible Arbeitskonzepte den Schlüssel zum Erfolg darstellen. So ließen sich Fachkräfte mit Kind für einen Job gewinnen und ans Unternehmen binden.
  • Mütter würden für ihre Erfahrung und ihre Kompetenz geschätzt (48 % in D, 55 % weltweit)
  • Mütter wären zuverlässig (30 % in D und ebenfalls weltweit) und hätten ein ausgezeichnetes Zeitmanagement (47 % in D, 31 % weltweit)

Die Zahlen machen Mut und sollten den Personalverantwortlichen geläufig sein und von Wiedereinsteigern in den Rückkehrgesprächen „platziert“ werden. Viel Erfolg dabei!

 

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A.T. Kearney-Familienstudie: Männer gewinnen – Frauen verlieren

Es tut sich Spannendes bei der Vereinbarkeit: Die Väter rücken immer mehr in den Fokus und scheinen besser „wegzukommen“ als Mütter. So könnte das Ergebnis der 3. Familienstudie interpretiert werden. Befragt wurden rund 1.000 Beschäftigte zur Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit. Familie und Beruf leben zu können, ist für eine große Mehrheit wichtig für ihr Wohlbefinden – und es herrscht Zufriedenheit mit der eigenen Situation. Mehr berufstätige Eltern nehmen familienfreundliche Leistungen in Anspruch. Das Vertrauensverhältnis zu Vorgesetzten wird als besser wahrgenommen, ebenso hat sich die Glaubwürdigkeit der Führungskräfte in den Augen berufstätiger Eltern erhöht.

Trotzdem gibt es Unterschiede zwischen den Vätern und Müttern. Mütter gehen länger in Elternzeit oder arbeiten Teilzeit. Väter würden gerne eher 80 oder 90 Prozent arbeiten, sind damit aber weniger akzeptiert. Väter befürchten berufliche Nachteile. Hier ein paar Zahlen aus der Studie zur eigenen „Interpretation“:

  • 78 % werden in den kommenden Jahren nicht aus eigenem Antrieb den Arbeitgeber wechseln
  • 68 % würden ihren Arbeitgeber uneingeschränkt weiterempfehlen
  • 64 % bezeichnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihrem Unternehmen als selbstverständlich
  • 53 % sagen, dass die Führungskräfte beim Thema Familienfreundlichkeit eine Vorbildfunktion haben
  • 28 % befürchten bei Inanspruchnahme von familienfreundlichen Leistungen, dass ihre Karriere zukünftig gefährdet sei
  • 28 % befürchten, dass sie zukünftig mit inhaltlich weniger attraktiven Aufgaben betraut werden
  • 83 % der Väter aber nur 64 % der Mütter sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeitssituation
  • 16 % der Väter aber 34 % der Mütter befürchten Probleme mit Kollegen
    67 % sehen in der Flexibilisierung eine große Chance, Beruf und Familie besser aufeinander abstimmen zu können
  • 87% sagen, dass die ständige Erreichbarkeit zu Dauerstress führt (90 % der Frauen, 85 % der Männer)

Nachgefragt wurde auch, was familienfreundlich „wirkt“. Diese Maßnahmen finden sich in familienfreundlichen Unternehmen:

  • Führungskräfte sind Vorbilder
  • Gutes Vertrauensverhältnis zu Vorgesetztem
  • Hohe Passgenauigkeit für Beschäftige mit Kindern
  • Hohe Passgenauigkeit für Beschäftige mit pflegebedürftigen Angehörigen
  • Hohe Bekanntheit der Ansprechpartner zum Thema Vereinbarkeit
  • Geringe Notwendigkeit der Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit

Es geht voran mit dem Wiedereinstieg und damit mit der Vereinbarkeit – auch wenn es immer noch zu tun gibt!

Wer die Studie komplett lesen möchte, findet sie hier :http://www.atkearney.de/documents/856314/6352031/A+T+Kearney+361+Grad+Familienstudie+2015+-+Vereinbarkeit+wagen.pdf

Arbeitende Eltern: Wer arbeitet wie viel?

Nach einem Blog-Beitrag von BRIGITTE MOM sind deutsche Eltern konservativ: Mütter arbeiten in Teilzeit, Väter in Vollzeit. Eine Allensbach-Studie habe ermittelt, dass bei 55 Prozent der Eltern nach dem ersten Kind die Variante „Mutter Teilzeit, Vater Vollzeit“ gewählt wird. Fast jede fünfte Frau höre ganz auf zu arbeiten. Nach wie vor sei die Situation in Ostdeutschland anders. Dort sei im Schnitt die Elternzeit kürzer und mehr Eltern gingen in Vollzeit arbeiten.

Die meisten Paare gaben an, dass bei der Frage des Wiedereinstiegs die Stunden der Mutter nach der Elternzeit in der Familie diskutiert wird. Die Vollzeit-Tätigkeit des Vaters werde nicht thematisiert. 11 Prozent der Väter trauen sich die alleinige Betreuung des Kindes  / der Kinder nicht zu – und 11 Prozent der Mütter finden es nicht gut, wenn der Vater mehrheitlich sich um den Nachwuchs kümmern würde. So lange diese Antworten kommen, ist es noch ein weiter Weg zur Gleichberechtigung in der Familie und Mütter sind nach wie vor weniger repräsentiert in den Unternehmen, gerade auch in den Führungspositionen.

Bei der Studie „Weichenstellungen für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf“ wurden mehr als 3.000 Eltern mit Kinder unter sechs Jahren befragt.  Das ist der Link zum Artikel: http://mom.brigitte.de/schlau-werden/eltern-teilzeit-1250258/ Und das der Link zur Studie: http://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/IfD/sonstige_pdfs/Weichenstellungen_Bericht_FINAL.pdf

Die Süddeutsche thematisiert in einem Beitrag vom 11. Juli 2015 vor, dass 32 Wochenstunden als Arbeitszeit für Familien reichen. Das war ein Vorschlag von Familienministerin Manuela Schleswig.. Auch hier wird festgestellt, dass der Anteil der Mütter an der Haushalts- und Familienorganisation höher ist als der der Väter, auch wenn die Mütter arbeiten. Die Süddeutsche bezieht sich auf den Führungskräftemonitor 2015 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Weibliche Führungskräfte kümmern sich fast doppelt so lange um den Nachwuchs wie Väter in der gleichen Position. Diese würden aber gerne weniger arbeiten. Als Weg zum Ziel werden benannt:

  • dass die Politik handeln sollte: u. a. 32-Stunden-Woche, Frauenquoten, Nachbesserung beim Elterngeld
  • dass die Unternehmen handeln sollten: u. .a geringe Wochenstunden und trotzdem tolle Jobs, Führen in Teilzeit, weniger Arbeiten am Abend, Doppelspitzen und mehr Job-Sharing
  • dass die Eltern handeln sollten: u. a. Mütter sollen mehr abgeben lernen und Väter mehr Aufgaben und Verantwortung in der Familie übernehmen.

Hier der Link zur Studie: http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.510264.de/diwkompakt_2015-100.pdf

Väter im Kommen?

Es scheint was dran zu sein an der kürzlich erschienen Studie von Roland Berger Strategy Consultants (ich habe im Blog darüber berichtet). Es finden sich mehr und mehr Artikel zur  Frage von Vätern, die arbeiten und sich um die Kinder kümmern. Ist die Zeit schon reif dafür? Und sind die Unternehmen und Vorgesetzten gut gerüstet? Hier eine kleine Auswahl von Beiträgen der letzten Wochen:

Christian Ulmen, Schauspieler und verheiratet mit Kollegin Collien Fernandes, wird zitiert mit „Ich musste nie stärker und härter sein als als Vater“. In der Frankfurter Allgemeinen wird ein Interview mit ihm veröffentlicht. Beide Eltern arbeiten als Schauspieler. Er dreht ca. fünf Monate im Jahr – da ist seine Frau für die Tochter da. Wenn sie dreht, ist er zu Hause. Drehen beide, sind die Eltern im Einsatz, ein Aupair ist am Nachmittag da. Im Familienrat werden Angebote und Anfragen gemeinsam beraten und entschieden. Er berichtet vom Familienalltag und den Erfahrungen, als Vater seinen „Mann“ zu stehen. Da Interview finden Sie hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/familie/christian-ulmen-im-interview-ueber-maennlichkeit-13709425.html

Auch in der Süddeutschen ist am 26. Juni ein Interview zu den Anforderungen an die Männer zu finden. Befragt wird Karriere-Coach Sascha Schmidt unter dem Titel „Männer haben Angst vor dem Karriereeinbruch“. Der Coach berichtet von dem derzeitig hohen Druck auf Männer, Beruf und Familie zu vereinbaren. Sein Erleben sei aber eher das traditionelle Rollenbild. Gut funktionieren die beiden „Vätermonate“, diese seien nicht karrierefeindlich. Befragt nach Vorbildern bemängelt der Coach, dass es zwar erfolgreiche Frauen gibt, die auch Mütter sind. Aber es gebe wenig bis keine männlichen Vorbilder für erfolgreich im Job und Vater. Die Arbeitgeber hätten Strukturen geschaffen für Mütter als Wiedereinsteiger. Väter bräuchten aber andere Strukturen. Das fehle heute noch.

Die Väterstudie 2015 wird von ATKearney361° vorgestellt. Das Credo dort ist „Väter nehmen Familie wichtiger als Karriere“. 81 Prozent der befragten Väter sagen, sie seien nach der Geburt der Kind/er glücklicher als vorher. Ein höheres Einkommen des Vaters beeinflusst die Glücksfaktoren positiv. Auch in diesem Artikel wird deutlich formuliert, dass die Unternehmen ihre Angebote für Vereinbarkeit an die Väter anpassen oder erweitern müssen. Wichtige Faktoren sind dabei verständnisvolle Vorgesetzte und flexible Arbeitszeitmodelle. Zur Gleichberechtigung der Eltern bei der Kinderbetreuung scheint der Weg noch weit zu sein. Hier der Link zum Artikel: http://atkearney361grad.de/debatte/vaeterstudie-2015/

Es tut sich was, wenn die Presse ein Thema in den Blick nimmt. Es wird aber wohl noch ein bisschen dauern, bis sich die Strukturen bei den Unternehmen darauf einlassen.

Alleinerziehend – verkannte Mitarbeitende

Nach einer Recherche von karrierebibel.de gibt es in Deutschland 2,7 Millionen Alleinerziehende, 2,3 Millionen davon sind Frauen. Nach dem Arbeitsmarktreport von Nordrhein-Westfalen sind von den 569.000 Alleinerziehenden 345.000 erwerbstätig. Der Anteil ist damit höher als der Mütter, die in einer Partnerschaft leben.

Alleinerziehende Wiedereinsteigende haben es oft schwer. Ihnen begegnen bei der Personalauswahl Stereotype: Sie seien unflexibel, würden durch die Kind/er mehr fehlen und eher seien unqualifiziert. Doch stimmt das? Karrierebibel.de stellte eine Liste zusammen: Was bringen Alleinerziehende aufgrund ihrer Lebenssituation mit:

  • Organisationsfähigkeit
    Der Alltag mit der Organisation von Kindern, deren Terminen, dem Haushalt und dem eigenen Job – das geht nicht ohne Organisationstalent. Und mit diesem Talent stehen Alleinerziehende im Job!
  • Verantwortung
    Alleinerziehende können sich Verantwortung nicht teilen. Sie müssen Verantwortung übernehmen für sich und ihre Familie. Ob verantwortungsvolles Handeln schon als Fähigkeit da war oder nicht, sie ist trainiert.
  • Motivation
    Alleinerziehende sind der alleinige Ernährer der Familie. Teilweise geschieht der Wiedereinstieg nach einer Phase der Arbeitslosigkeit. Das sind gute Rahmenbedingungen für Motivation.
  • Bildung
    Auf der einen Seite steigt der Bildungsgrad in der Bevölkerung. Auf der anderen Seite ist der Anteil an Frauen ohne Berufsausbildung z. B. in Nordrhein-Westfalen bei 63 Prozent der alleinerziehenden Frauen. Trotzdem gibt es viele gut qualifizierte Mütter.
  • Loyalität
    Wer als Alleinerziehender einen Arbeitsplatz gefunden hat, wird diesen nicht wegen ein paar Euro mehr wechseln.
  • Erfahrung
    Alleinerziehende bringen viel Erfahrung auch zum Thema „Vereinbarkeit“ mit. Wie alle anderen arbeitenden Eltern auch, bringen Alleinerziehende einiges an Erfahrung im Bereich der „social skills“ mit.
  • Budgetplanung
    Mit einem Gehalt eine Familie zu ernähren ist keine einfache Ausgabe. Privat müssen Alleinerziehende haushalten können – und beruflich kann diese Fähigkeit gut eingesetzt werden.
  • Verdienst
    Mit diesem Aspekt wird Karrierebibel.de leicht pathetisch. Die Kinder geben uns und dem Staat unsere Zukunft. Alleinerziehende sollten daher eine Beschäftigung bekommen.

Hier ist der Link zum vollständigen Artikel;: http://karrierebibel.de/mitarbeitersuche-8-argumente-fuer-alleinerziehende/

Realität oder nur Bad Practice beim Wiedereinstieg ?

Bisher haben Sie viel Mutmachendes und Positives in diesem Blog lesen können: Was für einen Wiedereinstieg spricht, wie das gut gehen kann, usw. Heute soll es einmal um die andere Seite gehen – nicht, weil es schlecht um den erfolgreichen Wiedereinstieg bestellt ist. Mein Anliegen ist, dass die Wiedereinsteiger mit schlechteren Rahmenbedingungen sich wiederfinden können. Denn „rosarot“ sieht es mit dem Wiedereinstieg nicht aus. Doch nur schlecht ist es auch nicht. Wenn Sie anderer Meinung sind, freue ich mich auf die Diskussion mit Ihnen!

Das ist mir bei meinem Wiedereinstieg nach sechs Monaten „Auszeit“ vor 14 Jahren begegnet:

  • Eine Führungskraft in einem offenen Seminar teilt mir beim Frühstück vor dem zweiten Seminartag mit, dass er seiner Frau verbieten würde, was ich hier mache. Damit meinte er, mit einem kleinen Kind als Mutter zu arbeiten.
  • Eine Teilnehmerin sprach mich bei einem Training (ebenfalls mit Übernachtung) an, ob ich wissen würde, dass Kinder psychischen Schaden nähmen, wenn die Mutter nachts nicht zu Hause ist. Dass meine Tochter nicht mutterseelenallein zu Hause schläft, sondern mein Mann sie betreut, war nicht wirklich relevant.
  • Ein Teilnehmender macht mich wohlwollend darauf aufmerksam, dass mein Kind unbedingt in musikalische Früherziehung müsse. Als ich erwiderte, dass ich das erst in einem Jahr im Kindergarten (als separaten Kurs) angehen würde, kam: „Da ist das  Fenster im Gehirn aber geschlossen. Das muss schon jetzt sein.“

Das sind von den vielen Gesprächen nur die großen Dinge, die mir im Gedächtnis hängen geblieben sind. Bemerkenswert fand ich diesen Coaching-Auftrag:

  • Eine Personalabteilung informiert mich über einen Coachee. Dieser würde so lange am Nachmittag / Abend noch arbeiten. Ich solle doch gemeinsam mit dem Coachee die Arbeitsorganisation optimieren, damit die Person früher nach Hause käme. Dabei stellte sich heraus, dass es um eine Mitarbeiterin mit einem kleinen Kind ging. Der Ehemann und Vater war nach einem großen Umzug (innerhalb Europas) noch ohne Folgejob und betreute den Sohn. Ich fragte beim Personalverantwortlichen, ob es auch einen Auftrag geben würde, wenn der Mitarbeitende ein Mann (also Vater) wäre und die Mutter das Kind Zuhause betreuen würde; Schweigen auf der anderen Seite!

Nach einem Wiedereinsteiger-Workshop spricht mich eine Teilnehmerin an, ob ich ihr einen guten Coach empfehlen könne. Sie habe kurz vor der Schwangerschaft den Job gewechselt. Ihr neuer Arbeitgeber wollte sie unbedingt haben. Der Job ließ sich gut an: abwechslungsreich, interessante Projekte, spannende Termine – auch außer Haus. Bald nach der Einstellung wurde sie schwanger. Ihr Man sei freiberuflich von zu Hause aus tätig und kümmere sich um das Kind. Daher sei sie nach dem Mutterschutz wieder Vollzeit arbeiten gegangen. Danach hätten die Probleme angefangen. Sie sei von Projekten abgezogen worden, habe weniger Termine außer Haus.  Ihre Aufgaben seien weniger attraktiv und langweiliger. Oft würde sie gefragt, wie sie das denn schaffe (emotional), so frisch Mutter zu sein und Vollzeit zu arbeiten. Sie könne nicht verstehen, warum die gute Zusammenarbeit vor der Geburt sich so verändert habe. Jetzt müsse sie erst einmal für sich klären, was sie beruflich will und mit welchem Arbeitgeber das gut geht. Ich habe einen guten Coach empfohlen – und kenne das Ergebnis des  Coachings nicht.

Kennen Sie solche Beispiele von sich oder aus Ihrem Umfeld auch? Ich hoffe nicht zu viele! Denn für mein Herzblutthema „Erfolgreicher  Wiedereinstieg“ berichte ich viel lieber über Best Practice und mache damit Mut. Und damit geht es dann im nächsten Blogbeitrag weiter.

Wiedereinstieg aus Sicht der Eltern

Zu diesem Thema habe ich einen Beitrag im LOB-Magazin geschrieben. Hier der Link dazu:

http://www.lob-magazin.de/magazin/beruf/wiedereinstieg/680-wiedereinstieg-fuer-eltern.html

Wer den Beitrag direkt lesen will, finden den Text hier:

Wie gelingt das ?

Wer nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigt, macht manchmal unliebsame Erfahrungen. Es ist eben einfach ein Unterschied, ob neben der Organisation des Berufs auch noch die Organisation der Familie „anhängt“. Es macht einen Unterschied, ob sich zwei Erwachsene morgens fertig machen oder ob das eine ganze Familie tut. Damit dieser Übergang etwas weniger holprig wird, hier ein paar Tipps.

Ganz wesentlich für eine funktionierende Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, dass es neben der geplanten Kinderbetreuung mindestens zwei weitere „Ressourcen“ für Ungeplantes gibt. Das können Freunde, Eltern, Großeltern oder bezahlte Zusatzstunden im Kindergarten oder Hort sein. Kein Arbeitsplatz ist so planbar, dass dieser zu den festen Betreuungszeiten passt. Weiter ist keine geplante Betreuung so verlässlich und flexibel, alle Eventualitäten des Jobs abzudecken. Welche Betreuung haben Sie vereinbart? Und welche haben Sie in Reserve?

Die Anforderungen an Ihr Zeitmanagement erhöhen sich stark:

  • Die eigenen Gestaltungsspielräume sind enger
- Der Tagesstart ist anders
  • Evtl. sind die Arbeitszeiten verändert
  • 
Das Ende des Bürotages ist evtl. „fixer“
  • 
Neben dem „Job“ ist noch eine Familie zu organisieren
  • Die Erwartungshaltung der „Anderen“ an berufstätige Eltern sind gestiegen

Das bedeutet, dass Sie ein gewieftes Zeitmanagement benötigen! Neben den zusätzlichen Ressourcen braucht es klare Absprachen, am besten schon im Vorfeld. Das, was ohne Kind problemlos ging, z. B. eine Sitzung am Nachmittag, ist jetzt mit viel mehr Aufwand verbunden. Für die Organisation zu Hause muss der Perfektionismus zurückgeschraubt werden. Haus und Garten können nicht mehr so aussehen, wie vor der Elternschaft und auch nicht wie in der Elternzeit. Wie viel „Dreck“ ist in Ordnung? Abstriche machen, konsequent planen, die eigene Familie mit in die Verantwortung ziehen und Effektivität und Effizienz nicht zu verwechseln, sind gute Schritte für ein gewieftes Zeitmanagement.

Durch die Elternschaft sind zu den schon vorhandenen Rollen (Mitarbeiter, Kollege, Vorgesetzte, Freund, Ehepartner, Kind der eigenen Eltern, etc.) weitere Rollen dazu gekommen. Freundschaft wird evtl. durch die gegenseitige Betreuung der Kinder verändert. Die eigenen Eltern sind nun auch Großeltern der eigenen Kinder. Wie in jedem „Rollenmanagement“ ist es wichtig, den Rollenanspruch und die Rollenerwartung abzustimmen. Wer wünscht sich was vom anderen? Was ist der andere bereit zu geben? Was können Sie selbst nehmen? Ungeklärte Beziehungen schaffen dann Frust, wenn Ansprüche und Erwartungen nicht zusammen passen.

Auch das Zeitmanagement wird auf die Probe gestellt. Bewährte Tipps sind:

  • sich einen Überblick verschaffen (Job und Woche / Tag)
  • Anfang und Ende planen (Tag und Aufgabe)
  • auf Leistungskurve und Pausen achten
  • Zeitdiebe im Blick haben
  • Schriftliches Aufgabenmanagement
  • sich abstimmen mit dem Umfeld
  • Routine routiniert erledigen (Checklisten)

Klären Sie diese Themen mit sich und Ihrem Umfeld, bevor es „eng“ wird:

  • Wie pünktlich müssen Sie weg?
  • Wie viele Überstunden pro Woche sind tragbar?
  • Wie viel „Reaktion“ der Familie halten Sie auf Mehrarbeit aus?
  • Wie viel „Dreck“ im Haus / Garten halten Sie aus?
  • Wie viel Freiraum pro Woche möchten Sie für sich selbst haben?

Überlegen Sie, bevor Sie wieder einsteigen, was Ihr Signal für Überlastung sein wird: die Kopfschmerzen am Wochenende, der empfindliche Magen, die Spannungen im Nacken? Wenn Sie Ihren wunden Punkt kennen, bekommen Sie das Überlastungssignal des Körpers frühzeitig mit – und können sofort oder zumindest zeitnah Abhilfe schaffen!

Als überzeugte Familienunternehmerin, die den Spagat zwischen Beruf und Familie selbst immer wieder bewältigt, wünsche ich gute Erfolge.