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Genders Dialog Society: So gelingt Teilzeit!

Der Wiedereinstieg ist für viele arbeitende Eltern mit Teilzeit gekoppelt. Teilzeitarbeit macht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leichter, wenn auch nicht leicht. Gerade wenn die Kinder klein sind, ist das Gefühl, das Baby oder Kleinkind in eine Betreuung zu geben besser, wenn das mit Teilzeit kombiniert werden kann. Doch wie gelingt das gut?

Über wichtige Aspekte schreibe  ich im Genders Dialog Society Magazin in der Februar-Ausgabe. Hier ist der Link zum vollständigen Artikel:

http://www.gendersdialogsociety.com/so-gelingt-arbeiten-in-teilzeit-was-zu-beachten-ist-und-was-sie-vermeiden-sollten/

Viel Spaß beim Schmökern in der ganzen Ausgabe!

Führung in Teilzeit – das müsste geregelt sein

So ganz langsam bewegt sich etwas, wenn auch eher bei den großen Unternehmen – wenn man den Berichten in Zeitungen etc. Glauben schenken möchte. Z. B. in Berlin: Dort stieg die Teilzeitquote in 2008 von 24  % auf 28 % in 2012. Auch wenn die meisten Teilzeitbeschäftigen Frauen sind, berichtet die IHK von einem Anstieg von 2005 32 % auf 37 % heute. Und noch einmal Zahlen: Bei der BASF Services Europe, Berlin, arbeiten 1.100 Mitarbeiter, 93 davon in Teilzeit. 22 % dieser Teilzeitmitarbeitenden sind in einer Führungsposition. (gefunden in http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/teilzeit-arbeiten-vom-buero-auf-den-spielplatz/9487152.html, 17.02.2014)

Was braucht es, damit Führung in Teilzeit gelingt?

Zu beachten ist, ob die Führungsaufgabe auf zwei Personen verteilt wird (Jobsharing) oder ob eine Person alleine in Teilzeit die Führungsaufgabe hat.

Beiden Modellen gemeinsam ist, dass es gute Mitarbeiter braucht, die innerhalb der gesteckten Rahmenbedingungen eigenständig und mit Eigeninitiative arbeiten.

Wenn Führung in Teilzeit auf einem Jobsharing basiert, dann ist folgendes wichtig:

  • eine zeitliche Überschneidung der beiden Teilzeitkräfte, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten und Absprachen treffen zu können
  • klare Reglungen, wer wann arbeitet und (falls aufgeteilt) wer für welche Themen zuständig ist
  • eine Erreichbarkeit untereinander und ggf. auch für das Umfeld
  • Terminkalender, die für alle Mitarbeitenden zugänglich sind
  • ausreichende Dokumentation von Prozessen und Wissen, damit die jeweils Andere nachlesen kann
  • ein abgestimmtes Verständnis zum Führungsstil
  • einen Vorgesetzten, der dem Modell neutral bis positiv gegenüber steht
  • ein Umfeld, das dem Modell neutral bis positiv gegenüber steht

Wer alleinig in Teilzeit führt, für den ist dies wichtig:

  • Erreichbarkeit für Dringliches auch außerhalb der Arbeitszeiten – wenn dies in Maßen genutzt wird
  • Terminkalender, der für die Mitarbeitenden einsehbar ist
  • eine Assistenz oder Sekretärin, die zu den Nicht-Arbeitszeiten des Vorgesetzten sichtet, klärt und „Chefentlastung“ betreibt
  • eine passende Menge an Verantwortung: ein Vollzeitjob kann nicht in Teilzeit erledigt werden!

Wer sich auf dieses vermeintliche Abenteuer einlässt, kann nur gewinnen! Das gilt für die Unternehmen und die Wiedereinsteiger.

Familie und Beruf vereinbaren – ein paar Basics:

Wie sieht es bei Ihnen mit diesem Thema aus? Hier finden Sie grundlegende Ansätze, falls Sie sich „frisch“ mit diesem Thema beschäftigen:

Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie auch vom großen Schlagwort unserer Zeit betroffen – „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“? Haben Sie selbst das Problem, private Bedürfnisse mit beruflichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen? Sind Sie als Vorgesetzter mit solchen Wünschen Ihrer Mitarbeiter konfrontiert? Kämpfen Sie auf dem Markt der High Potentials um neue Mitarbeiter, die mit anderen Erwartungen an den „Job“ ins Unternehmen kommen? Oder ist das Thema weit weg von Ihnen, weil gerade harte Zeiten eingekehrt sind und die Existenzsicherung gerade im Vordergrund steht? Egal aus welchem Grund Sie mit diesem Thema berührt sind – es ist sicher ein zukunftsträchtiges!
Familie = Kinder? Häufig wird das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ mit der Schwierigkeit gleichgesetzt, die Betreuung der Kinder mit dem Beruf in Einklang zu bringen. Das Feld „Familie“ ist jedoch viel größer:- Pflege von Angehörigen

– Ein nicht Arbeiten gehen ”müssen”, sondern wollen und oft nicht ”voll” arbeiten wollen

– Ein zeitintensives Hobby – bis hin zum ehrenamtlichen Engagement

– Die Erfüllung eines großen Wunsches (z. B. eine Pilgerreise nach Rom oder eine Weltreise oder … oder … oder …)

Was fällt Ihnen aus Ihrem eigenen Leben noch ein?

Was ist bei der Vereinbarkeit schwierig? Egal aus welchem Grund Sie oder Ihre Mitarbeiter Privates und Berufliches unter einen Hut bringen wollen. Meist sind die Strukturen im Arbeitsleben nicht flexibel genug, um Familie und Beruf zu vereinbaren.
Flexibilisierung der Arbeitszeit – reicht das nicht? Sicher, mit flexiblen Arbeitszeiten ist schon viel getan. Wer nicht pünktlichst um 08:00 Uhr im Büro sein muss, hat mehr Puffer, um z. B. morgens noch den ersten Einsatz der Caritasstation abzuwarten oder die Kinder in den Kindergarten zu bringen. Auch Arbeitszeitkonten, auf denen Überstunden angespart werden können, machen vieles heute möglich, was noch vor 10 Jahren undenkbar war. Doch wie sieht die Praxis aus? Was machen Sie als Vorgesetzter, wenn Mitarbeiter erst gegen 10:00 Uhr kommen? Stört das nicht die Zusammenarbeit? Unser Denken und Handeln hinkt den Möglichkeiten der Flexibilisierung weit hinterher!
Es gibt doch noch „Heimarbeit“! Klar, auch das ist eine Möglichkeit, flexibler zu werden. „Alternierend“ von zu Hause oder vom Büro aus zu arbeiten, könnte viele Familien entlasten. Von der technischen Seite sind hier keine Grenzen gesetzt. Im Alltag sitzt auch hier die Grenze im Kopf. „Das geht bei mir nicht, ich muss vom Büro aus arbeiten“ – schauen Sie doch einmal in den Terminkalendern von Vorgesetzten: Wie viel Prozent der Arbeitszeit sind diese in Besprechungen oder unterwegs? Und arbeiten so ohnehin schon „alternierend“!
Was kann ich denn tun? Häufig sind es die kleinen Dinge, die im Alltag das Leben leichter machen. Hier eine kleine Sammlung.
Eltern-Kind-Zimmer Nein, wird sind nicht im Hotel oder im Krankenhaus. So könnte ein Büroraum genannt werden, der einen Arbeitsplatz für Mama oder Papa beinhalten und dazu noch Spielmöglichkeiten fürs Kind. So können dringende Arbeiten fertig gemacht werden – ohne dass das eigene (meist nicht kindergeeignete) Büro dabei „getestet“ wird.
Familienessen in der Kantine Häufiges Thema von teilzeitarbeitenden Eltern sind Kindergärten, die über Mittag geschlossen sind. Wie viel Entlastung würde es dieser Gruppe von Mitarbeitern bringen, wenn sie das Kind vom Kindergarten abholen können, gemeinsam in der Kantine zu Mittag essen und danach das Kind wieder in den Kindergarten bringen. Anschließend gibt es dann sogar einen freien Kopf für eine „Arbeitsrunde“ am Nachmittag.
Vernetzte Infos rund um Familie Wenn alle ihre „Tipps und Tricks“ rund um Familie, Betreuung, Versorgung zusammentragen und daraus ein elektronisches Netzwerk entsteht, ist vielen schon geholfen, die sich mühsam all diese Daten erst einmal selbst beschaffen müssen.
Und – Handlungsbedarf erkannt? Dann sichern Sie sich die auch in schwierigen Zeiten beste Ressource, über die ein Unternehmen verfügen kann: qualifizierte und motivierte Mitarbeiter!
 In diesem Blog finden Sie Anregungen, Best Practise und Ideen.

Teilzeit in der Elternzeit?

Wer in Elternzeit ist, darf in Teilzeit arbeiten – so sieht es das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz vor. Diese Voraussetzungen müssen dabei erfüllt werden:

– Der Arbeitgeber beschäftigt regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer (ohne Azubis).

– Das Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens sechs Monaten ununterbrochen.

– Die vertraglich zu regelnde Teilzeit-Arbeitszeit soll für mindestens zwei Monate 15 bis 30 Wochenstunden betragen. Die 30 Stunden-Obergrenze gilt für den Durchschnitt eines Monats.

– Dem Arbeitgeber wurde sieben Wochen vor der Tätigkeit dieser Anspruch schriftlich mitgeteilt.

Was vielleicht einige nicht wissen, ist, dass die Teilzeit in der Elternzeit auch bei einem anderen Arbeitgeber erfolgen kann. Der ursprüngliche Arbeitgeber muss dann allerdings zustimmen.

Der Arbeitgeber kann aus betrieblichen Gründen dem Teilzeitgesuch in der Elternzeit widersprechen. Die Frage, was betriebliche Gründe sind, ist teilweise gerichtlich geklärt – und die Messlatte dafür hoch.

2011 arbeiteten in Deutschland 45 % der erwerbstätigen Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahren (lt. Statistischem Bundesamt).  Die Erwerbsquote betrug 2011 knapp 68 %. Das ist in der EU Rang vier für Deutschland. Mehr als 55 % der Frauen arbeiten wegen der Kinderbetreuung, der Pflege von Angehörigen oder aus anderen familiären oder persönlichen Gründen Teilzeit.

Informationen gefunden in: working@office, Ausgabe 7/2013

Teilzeit nach Elternzeit befristen?

Der Wiedereinsteig ist durch viele Entscheidungen gekennzeichnet. Viele davon sind durch gesetzliche Rahmenbedingungen geregelt, z. B. der Anspruch auf Teilzeitarbeit nach der Elternzeit. Was oft vergessen geht, ist dass diese Teilzeit auch befristet werden kann – wenn der Arbeitgeber mitzieht. Diese Befristung bedeutet, dass der Anspruch auf einen Vollzeit-Arbeitsplatz bestehen bleibt. Wenn die Befristung abläuft, kann sie verlängert werden oder der Mitarbeiter arbeitet wieder in Vollzeit.

Gerade, wenn die Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung etc. noch nicht klar sind, kann eine Teilzeit mit Befristung Druck nehmen. Fragen Sie doch einfach nach. Oder als Unternehmen: Was spricht gegen eine Befristung?