Schlagwort-Archive: Vereinbarkeit Familie Beruf

Roland-Berger-Umfrage zur Vereinbarkeit: ein Qualitätssprung seht an!

Für 80 % der Führungskräfte sind die deutschen Unternehmen auf die neuen Anforderungen noch nicht gut vorbereitet. Veränderte Anforderungen kommen aus der Individualisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt. Andere Veränderungen entstehen durch die „neuen Väter“ und andere Partnerschaftsmodelle. Roland Berger Strategy Consultants prognostizieren, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren immer mehr Arbeitnehmer Arbeit und Familie aufteilen wollen. Damit werden nicht nur Mütter sich um Familie kümmern und Teilzeitmodelle fordern, sondern auch Väter. Die technischen Möglichkeiten machen immer flexiblere Arbeitsmodelle möglich – und werden von den Arbeitnehmern auch erwartet.

Die Umfrage kommt mit beeindruckenden Zahlen daher: „So ist die Anzahl der erwerbstätigen Mütter mit minderjährigen Kindern von 59 Prozent im Jahr 2004 auf rund 67 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Zeitgleich hat sich Lage der Kinderbetreuung in Deutschland deutlich verbessert – fast jedes dritte Kind unter drei Jahren bekam 2013 einen Krippenplatz.“ (gefunden in http://www.rolandberger.de/pressemitteilungen/514-press_archive2014_sc_content/Vereinbarkeit_von_Beruf_und_Familie.html)

Der Wiedereinstieg von Müttern habe sich verbessert. Jetzt stünden die Unternehmen vor einem Qualitätssprung: Es gehe darum allen Mitarbeitenden eine bessere Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben zu ermöglichen. Das sei eine wichtige Voraussetzung, um im demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel Mitarbeitende an das Unternehmen zu binden und Wettbewerbsvorteile bei der Mitarbeitergewinnung zu haben.

Mich freut das! Wenn ein renommiertes Beratungsunternehmen über dieses Thema so eindeutige Worte findet, tut sich was. Wer mehr erfahren möchte, kann die Ideen und Thesen des Beratungshauses hier nachlesen:

http://www.rolandberger.de/media/pdf/Roland_Berger_TAB_Die_neue_Vereinbarkeit_2_0_20141211.pdf

Was wünschen sich Mütter für den Wiedereinstieg?

Diese Frage wurde bei einer Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid für die Bundesagentur für Arbeit gestellt (gefunden in http://www.lob-magazin.de/magazin/beruf/wiedereinstieg/717-was-wuenschen-sich-muetter-fuer-den-wiedereinstieg-in-den-beruf.html). Das sind die Ergebnisse der Umfrage:

Infografik Wiedereinstieg von Müttern

Was ist deutlich zu sehen? Ein Teil der Rahmenbedingungen wie z. B. Arbeitszeiten und die Betreuungsfrage nimmt mit dem Alter der Kinder ab. Andere Themen wie z. B. unterstützende Fortbildungen nimmt mit dem Alter der Kinder zu. Bemerkenswert ist auch, dass gerade einmal 7 % der 25 bis 29jährigen Frauen in Vollzeit arbeiten. Vielleicht ist das auch eine Aussage, dass Vollzeitarbeit mit kleinen Kindern eher ungünstig ist. Was Müttern eher kleinerer Kinder sehr wichtig ist (63 % bei den 25 bis 29jährigen), ist die Toleranz für Fehlzeiten aufgrund von kranken Kindern und die Toleranz für ein pünktliches Arbeitsende. Für Arbeitgeber wird deutlich, dass die Mütter auf der einen Seite Rahmenbedingungen benötigen (z. B. Jobmodelle und flexible Arbeitszeiten). Auf der anderen Seite braucht es aber auch eine „Haltung“ von Kollegen und Vorgesetzten im Alltag, damit die gewünschte Toleranz entstehen kann.

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen damit aus?

Klassische Rollenmodelle – und der Wiedereinstieg?!

„Nur die Frau arbeitet und der Mann kümmert sich um die Kindererziehung – das finde ich gut, könnte ich mir auch in meiner eigenen Partnerschaft vorstellen.“ Diesem Satz stimmten 1993 21 % der Frauen und 15 % der Männer zu. 2013 waren es 23 % der Frauen und 17 % der Männer.  (Quelle Vorwerk Familienstudie 2013 unter 1.548 Personen, Allensbach/Wuppertal 2013, gefunden in managerSeminare, Februar 2014)

Sind das ermutigende Zahlen, weil es einen Zuwachs von 2 % gab oder sind das eher schlechte Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wiedereinstieg? 44 % der Befragten meinen, dass der Mann für die Karriere zurückstecken kann, damit die Frau arbeiten kann. 1993 waren es 50 % der Befragten, die diesem Satz zustimmten! Ein Halbtagsjob für den Mann, damit dieser sich auch um die Kinder kümmern kann, ist für 36 % der Befragten vorstellbar (und damit 2 % mehr als 1993). Elternzeit für Väter ist aber heute selbstverständlicher als früher (50 % statt 20 % in 1993).

Für die Familien, die den Wiedereinstieg planen, ist das eine Herausforderung. Sich von tradierten Rollenbildern zu lösen und den eigenen Weg zu gehen, braucht Zeit zum Austausch und Reflektieren, Rollenbilder sind nicht sofort spürbar. Sie äußern sich oft in Grundsatzaussagen (z. B. das wird so nicht gehen), die erst einmal im Raum stehen. Das Hinterfragen solcher Aussagen durch den Partner wird nicht immer akzeptiert. Eine gelassene Haltung und Zeit für gute Gespräche sind ein Weg, um zu erkennen, was die jeweiligen Bedürfnisse und Wünsche sind. Auf dieser Basis kann dann ein gemeinsamer Plan entstehen. Und wenn dann auch der Arbeitgeber mitspielt gelingt der Wiedereinstieg und alle Beteiligten profitieren davon.

Der Studienbericht kann unter httpps://http://newsroom.vorwerk.de/publikationen/publikationen/  (weiter unten unter Vorwerk Familienstudien) kostenlos heruntergeladen werden.

LOB-Umfrage zur Familienfreundlichkeit in Deutschland

LOB, die Zeitschrift für arbeitende Väter und Mütter hat im April 2014 die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht. Ziel war zu eruieren, wie es um die Familienfreundlichkeit in   Deutschlands Unternehmen wirklich aussieht. Fragen der Autoren waren: Welche Maßnahmen sind weit verbreitet? Welche Angebote werden tatsächlich genutzt? Und gibt es in Unternehmen schon so etwas wie eine Kultur der Vereinbarkeit?

Über 400 berufstätige Mütter und Väter haben an der Online-Umfrage teilgenommen.

Hier die Beurteilung der Zeitschrift, wie sie im April-Newsletter veröffentlicht wurde:

„Das Ergebnis zeigt: Flexible Arbeitszeiten sind für berufstätige Mütter und Väter die wichtigste Voraussetzung, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der freien Zeiteinteilung entgegenkommen, gelten daher bei 98 Prozent der von LOB befragten Eltern als familienfreundlich. Weitere spannende Ergebnisse: Kolleginnen und Kollegen scheinen mehr Verständnis für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu haben, als die Vorgesetzten, und es gibt mittlerweile viele Führungskräfte, die in Elternzeit gehen.“

Die wichtigsten Ergebnisse sind unter diesem Link in einer Infografik zusammengefasst:

https://infograph.venngage.com/infograph/publish/9db92917-5b91-4823-98e6-b776af17d14e

Familie und Beruf vereinbaren – ein paar Basics:

Wie sieht es bei Ihnen mit diesem Thema aus? Hier finden Sie grundlegende Ansätze, falls Sie sich „frisch“ mit diesem Thema beschäftigen:

Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie auch vom großen Schlagwort unserer Zeit betroffen – „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“? Haben Sie selbst das Problem, private Bedürfnisse mit beruflichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen? Sind Sie als Vorgesetzter mit solchen Wünschen Ihrer Mitarbeiter konfrontiert? Kämpfen Sie auf dem Markt der High Potentials um neue Mitarbeiter, die mit anderen Erwartungen an den „Job“ ins Unternehmen kommen? Oder ist das Thema weit weg von Ihnen, weil gerade harte Zeiten eingekehrt sind und die Existenzsicherung gerade im Vordergrund steht? Egal aus welchem Grund Sie mit diesem Thema berührt sind – es ist sicher ein zukunftsträchtiges!
Familie = Kinder? Häufig wird das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ mit der Schwierigkeit gleichgesetzt, die Betreuung der Kinder mit dem Beruf in Einklang zu bringen. Das Feld „Familie“ ist jedoch viel größer:- Pflege von Angehörigen

– Ein nicht Arbeiten gehen ”müssen”, sondern wollen und oft nicht ”voll” arbeiten wollen

– Ein zeitintensives Hobby – bis hin zum ehrenamtlichen Engagement

– Die Erfüllung eines großen Wunsches (z. B. eine Pilgerreise nach Rom oder eine Weltreise oder … oder … oder …)

Was fällt Ihnen aus Ihrem eigenen Leben noch ein?

Was ist bei der Vereinbarkeit schwierig? Egal aus welchem Grund Sie oder Ihre Mitarbeiter Privates und Berufliches unter einen Hut bringen wollen. Meist sind die Strukturen im Arbeitsleben nicht flexibel genug, um Familie und Beruf zu vereinbaren.
Flexibilisierung der Arbeitszeit – reicht das nicht? Sicher, mit flexiblen Arbeitszeiten ist schon viel getan. Wer nicht pünktlichst um 08:00 Uhr im Büro sein muss, hat mehr Puffer, um z. B. morgens noch den ersten Einsatz der Caritasstation abzuwarten oder die Kinder in den Kindergarten zu bringen. Auch Arbeitszeitkonten, auf denen Überstunden angespart werden können, machen vieles heute möglich, was noch vor 10 Jahren undenkbar war. Doch wie sieht die Praxis aus? Was machen Sie als Vorgesetzter, wenn Mitarbeiter erst gegen 10:00 Uhr kommen? Stört das nicht die Zusammenarbeit? Unser Denken und Handeln hinkt den Möglichkeiten der Flexibilisierung weit hinterher!
Es gibt doch noch „Heimarbeit“! Klar, auch das ist eine Möglichkeit, flexibler zu werden. „Alternierend“ von zu Hause oder vom Büro aus zu arbeiten, könnte viele Familien entlasten. Von der technischen Seite sind hier keine Grenzen gesetzt. Im Alltag sitzt auch hier die Grenze im Kopf. „Das geht bei mir nicht, ich muss vom Büro aus arbeiten“ – schauen Sie doch einmal in den Terminkalendern von Vorgesetzten: Wie viel Prozent der Arbeitszeit sind diese in Besprechungen oder unterwegs? Und arbeiten so ohnehin schon „alternierend“!
Was kann ich denn tun? Häufig sind es die kleinen Dinge, die im Alltag das Leben leichter machen. Hier eine kleine Sammlung.
Eltern-Kind-Zimmer Nein, wird sind nicht im Hotel oder im Krankenhaus. So könnte ein Büroraum genannt werden, der einen Arbeitsplatz für Mama oder Papa beinhalten und dazu noch Spielmöglichkeiten fürs Kind. So können dringende Arbeiten fertig gemacht werden – ohne dass das eigene (meist nicht kindergeeignete) Büro dabei „getestet“ wird.
Familienessen in der Kantine Häufiges Thema von teilzeitarbeitenden Eltern sind Kindergärten, die über Mittag geschlossen sind. Wie viel Entlastung würde es dieser Gruppe von Mitarbeitern bringen, wenn sie das Kind vom Kindergarten abholen können, gemeinsam in der Kantine zu Mittag essen und danach das Kind wieder in den Kindergarten bringen. Anschließend gibt es dann sogar einen freien Kopf für eine „Arbeitsrunde“ am Nachmittag.
Vernetzte Infos rund um Familie Wenn alle ihre „Tipps und Tricks“ rund um Familie, Betreuung, Versorgung zusammentragen und daraus ein elektronisches Netzwerk entsteht, ist vielen schon geholfen, die sich mühsam all diese Daten erst einmal selbst beschaffen müssen.
Und – Handlungsbedarf erkannt? Dann sichern Sie sich die auch in schwierigen Zeiten beste Ressource, über die ein Unternehmen verfügen kann: qualifizierte und motivierte Mitarbeiter!
 In diesem Blog finden Sie Anregungen, Best Practise und Ideen.

A.T. Kearney und Familienpolitik: ein Unternehmen positioniert sich!

A.T. Kearney, in einem Statement zum eigenen Engagement (http://www.atkearney361grad.de/), gefunden am 18. März 2014:

„Warum kümmert sich eine Unternehmensberatung um das Thema Familie? Weil ohne einen stabilen gesellschaftlichen Kern Zusammenhalt und Wohlstand bedroht sind. Bislang übernahm die Kleinfamilie diese Rolle. Doch neue Formen des Zusammenlebens entstehen. A.T. Kearney leistet deshalb einen Beitrag zur Neu-Erfindung der Familie.“

Auf der Seite finden sich viele Aspekte, z. B. von Familienpolitik über Frauenquote zur Demographie. Beeindruckend ist die Rubrik „Zahlen und Fakten“. Auf keiner Internetseite habe ich bisher so viel fundiertes Zahlenmaterial an einem Platz gefunden. Sehr lesenswert!

Von A.T. Kearney wird der 361° Award für familienfreundliche Unternehmen vergeben. Dieser wird aufgrund von Mitarbeiterbefragungen ermittelt. Informationen zur Bewerbung gibt es hier:  http://www.atkearney361grad.de/der-361-family-award-jetzt-bewerben/

Ein bemerkenswerter Auftritt zur Neu-Erfindung der Familie und sicher ein gutes Tool im demografischen Wandel und dem War for Talents – und damit ein guter Weg für den erfolgreichen Wiedereinstieg!